Viajamosconelviento – Eine Reise durch Südamerika


Anmerkung: Die Reise hat vor der Corona Pandemie stattgefunden. Deshalb können sich einige Informationen zu damals verändert haben.

Laut dem Fachmagazin Explorer (Ausgabe 02- 2022) ist es seit November wieder möglich nach Uruguay einzureisen. Aktuelle Infos zu den Einreisemodalitäten bietet das Auswärtige Amt.

Roger: Hallo Helene und Simon. Es freut mich, dass ihr euch die Zeit für ein Interview über eure tolle Reise nehmt. Aber stellt euch doch erst einmal vor.


Helene: Ich bin Helene, Umweltwissenschaftlerin und bin 40 Jahre alt. Ich bin schon
während meiner Ausbildung und auch später viel gereist und habe in verschiedenen Ländern gewohnt.


Simon: Ich bin Simon, 47 Jahre alt und arbeitete zum Zeitpunkt der Reise als Informatiker in einem Medienbetrieb. Seit unserer Rückkehr bin ich nun selbständiger Handwerker. Wir leben in Basel.

So eine Langzeitreise sollte gut geplant sein. Oft ist man tagelang von der Zivilisation entfernt. Da benötigt man zuverlässiges Equipment.


Roger: Und hier schon meine erste Frage: Wie seid ihr auf diesen unaussprechlichen Namen eures Blogs gekommen und was bedeutet der?


Simon: Der Name „viajamosconelviento“ ist spanisch und bedeutet in etwa „ wir reisen mit dem Wind“. Wir sind im sehr windigen Patagonien auf diesen Namen gekommen, da wir da zeitweise wirklich sehr mit dem Wind zu kämpfen hatten.

Roger: Ah, jetzt verstehe ich. Wie seid ihr auf die Idee gekommen nach Südamerika zu reisen?


Simon: Für mich war das ein Kindheitstraum. Ich wollte schon sehr lange genauso durch Südamerika Reisen.


Helene: Wir haben dann 2016 eine ca. 3-wöchige Reise durch Bolivien gemacht, und haben gemerkt, dass wir unbedingt mehr von diesem Kontinent sehen wollen.


Simon: Es war dann schnell klar, dass wir das mit einem eigenen Fahrzeug machen wollen, da wir so unabhängiger sein würden und Orte erreichen konnten, wo kein Bus hinfährt…


Roger: Seid ihr für die Zeit ausgestiegen, habt den Beruf aufgegeben und Haus und Hof verkauft?

Jetzt wird es spannend und der Traum wird wahr! Die letzten Vorbereitungen laufen für das große Abenteuer.


Simon: Wir waren in der Schweiz nicht abgemeldet. In meinem Fall war die Reise erst als unbezahlter Urlaub geplant. Im letzten Halbjahr vor der Reise hat sich aber dann abgezeichnet, dass es meinen Job in der Firma wo ich arbeitete nach unserer Rückkehr nicht mehr geben würde, und so haben wir uns dann einvernehmlich getrennt. Da ich seit meiner Ausbildung ununterbrochen gearbeitet habe, konnte ich die Reise vom Ersparten finanzieren. Meine Wohnung blieb für die Zeit der Reise unbewohnt.


Helene:
Ich hatte unbezahlten Urlaub und habe mein WG-Zimmer für die Zeit der Reise untervermietet. Auch ich konnte die Reise durch Ersparnisse finanzieren.


Tetris in der Wohnkabine: Alles muss gut vorbereitet sein für die monatelange Reise

Roger: Von wo ist die Tour gestartet und wo ist sie geendet?

Simon: Wir sind in Montevideo, Uruguay gestartet und die Reise hat schlussendlich auch da wieder geendet.


Roger: Auf was muss man denn achten wenn man sein Fahrzeug verschifft?
Wie läuft so etwas ab und mit welchen Kosten muss man rechnen?


Simon: Es gibt verschiedene Agenturen, wo man eine Fahrzeugverschiffung buchen kann. Wir haben uns für die Firma „Seabridge“ entschieden. Die haben sehr viel Erfahrung und bieten eine sehr gute Kundenbetreuung an.

Simon bei den letzten Vorbereitungen

Helene: Da unser Fahrzeug nicht in einen Container passt, waren wir für die Verschiffung auf einen RoRo-Carrier angewiesen, was die Wahl der Route schon stark einschränkte.

RoRo-Schiffe (von englisch Roll oRoll off) sind Schiffe, die bewegliche Güter im RoRo-Verfahren transportieren.Dies bedeutet, dass die Ladung auf das Schiff gefahren wird.

Wikipedia

Es blieben eigentlich nur Argentinien oder Uruguay als Destinationen übrig. Nach ausgiebiger Recherche und dem lesen von Erfahrungsberichten anderer Reisenden haben wir uns für Montevideo entschieden, da dort die ganzen Formalitäten im Hafen viel einfacher zu erledigen sind als in Argentinien.


Simon: Der Ablauf einer solchen Verschiffung ist eigentlich nicht sehr kompliziert: Man bucht die Überfahrt bei der Agentur, bringt das Fahrzeug ein paar Tage vor Abfahrt des Schiffes in den Hafen, in unserem Fall war dies Antwerpen. Dort übergibt man das Fahrzeug im Hafen an die Frachthandlingsfirma und das wars dann eigentlich schon.


Helene: Die Abholung im Zielland ist ähnlich einfach, man muss allerdings vor der Aushändigung des Fahrzeuges einiges an Papierkram bei verschiedenen Behörden und der Agentur der Reederei erledigen. Wir hatten uns dafür 2 extra Tage eingeplant, hatten die ganze Geschichte dann aber ohne die Wartezeiten in wenigen Stunden erledigt. Diese Sachen kann man aber auch von einem Agenten erledigen lassen.


Simon: Noch zu den Kosten: Wir haben pro Überfahrt ca. 2500€ bezahlt. In Montevideo kamen dann noch diverse Gebühren die sich auf ca. 900$ summierten dazu. Wir hatten auch noch eine Versicherung für das Fahrzeug abgeschlossen, die nochmal ca. 600€ pro Weg gekostet hat.


Roger: Wie kommt man dann eigentlich in so einem Land an sein Geld welches man so täglich benötigt? Gibt es da auch ganz normale Geldautomaten oder habt ihr immer soviel Bargeld mittgeschleppt?

Simon: Wir hatten eine „Notration“ in US-Dollar von Anfang an dabei. Die Gebühren bei der Reedereiagentur mussten z.B. in US-Dollar bezahlt werden. Danach brauchten wir die Dollars eigentlich nicht mehr. Geldbezug war fast überall wie gewohnt an Geldautomaten möglich. Hier gilt es aber zu beachten, dass nicht immer alle Karten akzeptiert werden. In Uruguay ist es beispielsweise kaum möglich, Geld mit einer EC/Maestro oder Mastercard zu beziehen. Mit VISA ging es aber immer.


Helene: In Argentinien hatten wir meist nur bei den größeren Banken Glück. Bei den Regionalbanken in kleineren Ortschaften war oft kein Geldbezug möglich. Meistens ist auch das Bezugslimit relativ klein, was dann das Verhältnis zu den recht hohen Gebühren irgendwann aus dem Gleichgewicht brachte. Die krasse Inflation gibt den Rest. So war es zumindest als wir vor Ort waren. Man kann aber in vielen Geschäften und auch an den meisten Tankstellen direkt mit Karte bezahlen, selbst in recht abgelegenen Gebieten. Genügend Bargeld sollte man aber trotzdem immer dabei haben, falls die Kartenzahlung mal nicht funktioniert…


Roger: Welche Visa benötigt man und wo bekommt man die?


Helene: Südamerika ist für Europäer sehr einfach zu bereisen, man benötigt nirgends ein Visum im Voraus. Man bekommt je nach Land bei der Einreise jeweils ein Visum für 1-3 Monate, das in den meisten Ländern auch noch verlängert werden könnte. Zudem erlangt man bei einer Aus- und Wiedereinreise ein neues Visum mit wieder voller Gültigkeitsdauer. So ist es theoretisch möglich sich unbegrenzt in Südamerika aufzuhalten.

Simon: Für das Fahrzeug läuft das sehr ähnlich. Man bekommt am Zoll ein Papier, dass die Einfuhr eines Touristenfahrzeugs bestätigt, und das je nach Land zwischen 6 und 12 Monaten gültig ist.


Roger:
Was habt ihr für ein Grundfahrzeug und was habt ihr modifiziert?

Frisch geputzt sieht er aus wie neu. Gute Pflege des Fahrzeugs ist wichtig bei so einer Langzeitreise. Gerade ein gepflegtes älteres Model – ohne viel technischen Schnickschnack aber mit robuster Technik – ist eine gute Basis für eine Reise in ferne Länder.


Simon: Unser Basisfahrzeug ist ein Toyota Hilux RN110 Baujahr 1995 mit dem robusten 22RE 2.4L 4-Zylinder Benzinmotor. Wir wollten ein Fahrzeug mit möglichst wenig Elektronik und Schickschnack wie Airbags, Zentralverriegelung oder ABS. Ich bin halt der Meinung, dass was nicht da ist auch nicht kaputt gehen kann. Wir haben das Fahrzeug als ziemlich abgerockten Farmtruck gekauft und dann in ca. 5 Monaten Arbeit sehr gründlich renoviert. Wir haben allen Oberflächenrost entfernt und das Chassis neu lackiert, viele Verschleißteile und angerostete Schrauben ersetzt. Am Ende sah das Auto fast wie neu aus. Motor und Getriebe blieben aber unberührt, die Technik war allgemein in sehr gutem Zustand. Federn und Dämpfer haben wir durch verstärkte Teile von Old Man Emu ersetzt. Ansonsten blieb der Hilux unverändert.

Roger: Wie ich ja von Alex Mehler von nomadcampers.de erfahren habe, hat er ja eure Kabine geliefert. Die genauen Daten, Abmessungen und Aufbau findet man hier im Bericht „Interview mit nomadcampers.de . Seid ihr zufrieden mit dem Aufbau der Kabine? Würdet ihr etwas anders machen?


Helene: Grundsätzlich sind wir mit der Kabine sehr zufrieden. Natürlich würden wir aber vieles anders machen…


Simon: Ich würde die Kabine heute vielleicht etwas kompakter bauen, und noch mehr aufs Gewicht achten, auch bei der Konstruktion des Hilfsrahmens.

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Roger: Wie habt ihr den Innenausbau gestaltet? Habt ihr den Ausbau selbst gemacht?
Gibt es auch da etwas was man hätte besser oder anders machen können?


Simon: Den Innenausbau habe ich komplett selbst gemacht. Da wir sehr auf das Gewicht achten mussten, besteht er größtenteils aus furniertem und lackiertem Balsasperrholz. Es ist der klassische Grundriss mit Querbett im Alkoven (135x195cm), Sitzgruppe quer in der Mitte und Dusche/WC sowie die Küche im Heck. Anders machen könnte man natürlich vieles. Ich würde den Fokus bei einem zukünftigen Bau auch hier noch mehr aufs Gewicht richten, da man nie Leicht genug sein kann.

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Roger: Muss man bei einer Südamerika Reise auf eine Jahreszeit achten oder ist es egal wann man losfährt?


Helene: Südamerika befindet sich auf der südlichen Hemisphäre, so ist es also ratsam, im europäischen Herbst/Winter zu starten, wenn man nicht in der Kälte beginnen will. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man plant, erst südwärts zu fahren. Bei einem längeren Aufenthalt wird man aber irgendwann mit dem Winter konfrontiert werden, vor allem in den Anden. Viele Pässe sind im Winter geschlossen, und man muss dann sehr weite Strecken fahren, um von West nach Ost zu kommen.

Bei so einer Reise muss man mit allen Jahreszeiten rechnen. (Bolivien)

Schnee in Bolivien

Roger: Wie habt ihr die Menschen vor Ort kennengelernt?


Simon: Wir haben Einheimische vor allem an Tankstellen und auf Supermarktparkplätzen kennengelernt, wo wir oft angesprochen wurden. Vor allem die Argentinier sind ein campingverrücktes Volk, und wollten immer wissen, wo wir herkommen und wohin die Reise führt.

Ruta del Che


Helene: Auch auf unseren Übernachtungsplätzen wurden wir oft angesprochen und es haben sich lustige Gespräche entwickelt. Abseits der großen Routen war der Kontakt zu den Locals seltener. Das war teilweise sicher auch aus sprachlichen Gründen so, denn die indigene Bevölkerung in den Anden spricht teilweise kein Spanisch. Wir waren aber auch in Gegenden unterwegs, wo sich Touristen eher selten hin verirren und sich die Leute nicht gewohnt sind, auf Ausländer zu treffen.

An der Playa Doradas


Camperleben: So lässt es sich aushalten.

Roger: Und die Grenzübergänge bzw. Polizeikontrollen? Sind die wirklich so haarsträubend wie man im Netzt schon mal liest?

Simon: Wir hatten eigentlich keine Probleme mit den Behörden. Bei den Grenzübertritten gilt es halt zu beachten, dass einige Produkte nicht eingeführt werden dürfen. So darf man z.B. nach Chile gar keine frischen Produkte wie Früchte, Gemüse, frisches Fleisch etc. einführen. Das wird auch kontrolliert und es gibt saftige Strafen, wenn man erwischt wird. Es ist immer wichtig, auf den Einreiseformularen anzukreuzen, dass man Frischprodukte dabeihat, einige sind nämlich auch erlaubt. Insgesamt waren aber alle unsere Grenzübertritte völlig problemlos und meist auch sehr schnell.


Helene: Kontrollen und Checkpoints von Militär und Polizei gibt es immer mal wieder. Meistens sind das allgemeine Kontrollen, wo halt die Papiere von Fahrzeug und Insassen gecheckt werden. Das kann lästig sein, in einigen Grenzregionen stehen die Uniformträger gefühlt alle paar Kilometer. Die korrupten Beamten gibt es sicherlich, wir hatten aber entweder einfach Glück, oder es hat sich halt ausbezahlt, dass wir immer freundlich waren und uns bemühten, Fragen in Spanisch zu beantworten. Manchmal wollten die Polizisten oder Soldaten auch einfach nur unser Fahrzeug bewundern…

Simon: In diesem Zusammenhang sind auch die ganzen Travel-Apps wie iOverlander sehr hilfreich. Da sind neben Übernachtzungsplätzen, Werkstätten etc. nämlich oft auch regelmäßige Checkpoints eingetragen, und die Benutzer schildern ihre Erfahrungen. So kann man sich schon vorher in Regionen wo es manchmal Probleme gibt, ein Bild machen, was einen erwartet.

Bolivien


Roger : Dass die Kabinen von Alex Mehler ( nomadcampers.de) stabil sind, habt ihr ja bei einem
unfreiwilligen Crashtest erleben müssen. Was war passiert?


Simon: Ja, das war in Arica/Chile. Wir hatten da ca. eine Woche auf einem Hostel-Parkplatz verbracht, da ich mir in Bolivien eine Lebensmittelvergiftung zugezogen hatte. Nachdem ich endlich wieder fit war, wollten wir uns auf den Weg nach Peru machen. Beim rausfahren aus der Stadt musste ich dann auf der rechten Spur wegen eines Taxis kurz anhalten. Als wir wieder losfahren wollten, krachte es. Ein PKW-Fahrer hatte uns hinten seitlich gestreift und die linke hintere Ecke unserer Kabine beschädigt sowie den Unterfahrschutz inkl. Rücklicht zerstört.

Unfreiwilliger Crashtest

Ärgerlich, aber Gott sei Dank nur Blechschaden

Wir konnten dann glücklicherweise in einer äußerst einfach ausgestatteten Werkstatt die Schäden provisorisch reparieren. Das meiste haben wir aber selbst gemacht. Die ganze Geschichte hat etwa 2 Tage gedauert. Natürlich wurde unser Schaden nicht vollumfänglich bezahlt. Wir waren aber einfach froh, dass wir weiterfahren konnten, der Unfall hätte leicht auch das Ende der Reise bedeuten können. Inzwischen haben wir zuhause alles wieder definitiv repariert und einige Sachen gleich verbessert. So ist zum Beispiel der neue Unterfahrschutz bei Bedarf hochklappbar, um hinten einen besseren Böschungswinkel zu erhalten. Diese Modifikation hatte ich aber schon vor dem Unfall geplant…

Selbst ist der Mann. Wenn stabile Materialien verbaut wurden , kann man einiges auch wieder selbst reparieren.


Roger: Musstet ihr für solche Fälle eine gesonderte Auto Versicherung abschließen?

Simon: Ja, man braucht in Südamerika natürlich ein Haftpflichtversicherung, die europäische gilt da nicht. Wir haben diese über Claudia und Klaus in El Bolson abgeschlossen. Sie haben eine Flottenversicherung für Overlander und bearbeiten das sehr unkompliziert und günstig. Die Versicherung ist in den meisten Südamerikanischen Ländern gültig, und muss meist bei der Einreise, aber auch bei Polizeikontrollen gezeigt werden. Eine Diebstahlversicherung hätten wir gerne gehabt, es fand sich aber kein Unternehmen, dass ein europäisches Fahrzeug in Südamerika versichert…


Roger: Habt ihr sonst auf der Tour etwas Negatives erlebt?


Helene: Eigentlich gar nicht. Wir hatten aber sicher auch immer wieder mal Glück und waren
auch mit der gebührenden Vorsicht unterwegs.

Simon: Ja, es ist sicher wichtig, in gewissen Gegenden vorsichtig zu sein, und z.B. das Fahrzeug nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Im Allgemeinen fühlten wir uns aber schon sehr sicher. Man liest und hört aber auch immer wieder von unschönen Sachen wie aufgebrochenen oder geklauten Fahrzeugen. Bei vielen Geschichten, die wir gelesen und gehört haben, waren die Betroffenen aber sicher auch einfach zu sorglos…

Richtung Chile am Paso San Francisco

Roger: Wie habt ihr Kontakt mit der Heimat gehalten? Funktionierten da unsere Sim-Karten und
Handys?

Simon: Die SIM-Karten aus Europa funktionieren grundsätzlich problemlos. Wegen den Roaminggebühren lohnt es sich aber, in jedem Land eine SIM-Karte eines lokalen Providers zu kaufen. Man bekommt die Karten in Handyläden, an Kiosken oder direkt in den Läden der Provider. Diese Prepaidkarten kann man dann teilweise sogar per Internet und Kreditkarte wieder aufladen. Die Netzabdeckung ist sehr unterschiedlich. In den wenig besiedelten Gebieten meist eher schlecht oder gar nicht vorhanden, in Ballungsgebieten teils sogar besser als in Europa.


Helene: In Ortschaften gibt es oft auch gratis WLAN auf den zentralen Plätzen oder auch an vielen Tankstellen. Das ist aber eher langsam. Auch die meisten Campingplätze und Hostels haben gratis WLAN das mal besser und mal schlechter funktioniert. Insgesamt waren wir positiv überrascht, wie gut die Netzabdeckung und die Zuverlässigkeit war.

Valle de Rocas / Bolivien

Roger : Was waren eure schönsten Erlebnisse?


Helene: Das ist die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird. Uns haben die Berglandschaften und die Wüsten in den Anden und auf dem Altiplano sehr gut gefallen. Aber auch die Vielfältigkeit der Landschaften in anderen Gebieten war unglaublich. Sehr speziell war auch, dass man bei einigen Pässen in den Anden in wenigen 100km von über 4000m bis auf Meereshöhe runterfährt.


Simon: Es war auch sehr faszinierend, dass man in Südamerika mit dem Auto Höhen von über 5000m erklimmen kann. Ein weiterer Punkt der uns fasziniert hat, sind die schier unendlichen Weiten, die man sich als Europäer im Vorfeld gar nicht so richtig vorstellen kann…

Serranias del Hornocal in der Nähe von Humahuaca / Argentinien


Roger : Welche Regionen „muss“ man in Südamerika gesehen haben?


Simon: Wir fanden vor allem die westlichen Gebiete in den Anden sehenswert. Die Atlantikküste im argentinischen Patagonien ist meist eher Öde. Es gibt aber auch da immer wieder spannende Gegenden wie z.B. die Peninsula Valdez. Und ganz im Süden ändert sich die Landschaft dann wieder und erinnert an Skandinavien. Auch das ist sehenswert.

Helene: Etwas vom abenteuerlichsten und spannendsten war die Lagunenroute in Südbolivien und der Salzsee Salar de Uyuni. Das darf man auf keinen Fall verpassen.

Helene und Simon beim chillen mit ihrer tollen Alkovenkabine in der Salar de Uyuni


Roger: Was würdet ihr das nächste Mal anders machen. Was könnte ihr unseren Lesern raten?

Helene: Wir würden uns für eine weitere Reise sicher mehr Zeit nehmen. Wir hatten ursprünglich vor, in ca. 9 Monaten bis nach Kolumbien zu fahren, mussten dann aber bald feststellen, dass dies unmöglich war, wenn man auch unterwegs etwas von den Ländern sehen will.

Simon: Besser wäre sicher auch, wenn man keinen definierten Zeitpunkt für die Rückkehr hat. Für uns war es gefühlt nach ca. der Hälfte der Zeit halt so, dass wir uns von da an auf dem Rückweg befinden, was irgendwie komisch war.

Roger: Ja, das kann ich verstehen und ist ein interessanter Gedanke. Wenn die Hälfte des Urlaubs vorbei ist, wähnt man sich oft schon im Rückreisemodus und die Zeit bekommt einen negativen Touch. Man hängt gedanklich schon wieder bei den Problemen die einen zu Hause erwarten und ist traurig das die schöne Zeit bald vorbei ist. Dabei sollte man doch die restliche Zeit der Reise genau so mit Freude genießen.

Paso Pircas Negras Chile in Richtung Argentinien

There is no road to happiness; happiness is the road!

Roger: In diesem Sinne danke ich für eure Zeit und wichtigen Informationen und wünsche euch bei euren weiteren Reisen alles Gute!

Tipps und Infos:

Zum Blog von Helene und Simon mit vielen spannenden Berichten, weiteren Infos und herrlichen Bildern geht es hier: viajamosconelviento.com

Die Verschiffung wurde mit Seabridge- Tours durchgeführt:  https://www.seabridge-tours.de

Auf Suitaontour.com einem Blog von Kurt und Iolanda findet man Infos zur Fahrzeugabholung in Montevideo: https://suitaontour.com/ausschiffung-in-montevideo/ ) Außerdem viele weitere Informationen zu Zoll Verschiffung usw.

Zum Thema Autoversicherung: Diese wurde über Klaus & Claudia in El Bolson, Argentinien gebucht (keine Website vorhanden, aber in folgendem Link sind alle Daten): www.emar.ch Aber auch hier gibt es jede Menge Tipps und Reiseideen zum Themas Südamerika

In der aktuellen Ausgabe des Explorers ( 02-2022 ) berichtet Janette Emerich auf 2 Seiten Neuigkeiten über die Panamericana. Sie ist Reiseleiterin und Expertin wenn es um Fragen um die Ruta Paradisiaca geht und berichtet regelmäßig in ihrer Kolumne im Explorer Magazin.

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