DIY : Ladeflächen Beschichtung

unbezahlte Werbung

Das Problem:

Viele Pickups sind mit einer Kunststoff Laderaum Wanne ausgestattet, um die originale Pritsche vor Beschädigung zu schützen. Und so glaubt man als stolzer Pickup Besitzer, seinem Fahrzeug etwas besonders Gutes mit dieser Schutzwanne zu tun. Aber genau das Gegenteil ist – meiner Meinung nach – der Fall. Sicherlich kommt es natürlich auch auf die Art der Belastung an. So schützt sie sicher erst einmal gegen manche Art der Beanspruchung. Wenn ein Handwerker seine Maschinen oder Material auf der Fläche transportiert, ist so etwas nicht schlecht. Aber gerade für uns Wohnkabinenfahrer ist so eine zusätzliche Laderaumwanne nicht besonders sinnvoll. Über die Jahre sammeln sich Staub, Dreck, kleine Steine, Sand uns sonstiger Unrat unter der künstlichen Oberfläche. Gepaart mit Feuchtigkeit, die nicht abtrocknen kann, ergibt dieser Schmodder ein prima Schmirgelpapier. Er scheuert im Laufe der Zeit den Lack der Pritsche auf und der Gammel ist vorprogrammiert. Aus diesem Grund ist meine Wanne direkt nach dem Kauf des Pickups in den Müll gewandert. Der Plan war „irgendwann einmal“ eine Ladeflächenbeschichtung aufzutragen. Das war vor 4 Jahren:-) Aber nun ist es so weit! Bevor nun die neue Saison startet und die Fernwehkabine aufgesetzt wird, schütze ich die Ladefläche mit einer Ladewannenbeschichtung.

Hier mal eine Toyota Hilux Pritsche wo die Kunststoffwanne gerade beseitigt wurde.
Der über Monate und Jahre angesammelte Schmodder schmirgelt unerlässlich den Lack auf und der Rost ist vorprogrammiert. Man merkt richtig wie es unter der Kunststoffwanne knirscht, wenn man die Fläche betritt. Auf dem Bild sieht man wie die Feuchtigkeit zusammen mit dem Dreck vor sich hin gammelt. Die Feuchtigkeit kann ja nicht abtrocknen. Wenn man also auf seine Wanne besteht, sollte man sie ab und an herausnehmen, die Pritsche säubern und nach Rost und sonstigen Beschädigungen absuchen.
Oder hier bei einem Ford Ranger Wildtrack (Bild Bernd Hebel)
Ganz schön was zusammengekommen ( Bild Bernd Hebel)

Die Lösung:

Gefunden habe die Beschichtung „Herculiner“ bestehend aus Polyurethan. Es wird ein komplettes Set angeboten. Gummihandschuhe, ein zusätzlicher UV Schutz, 3,78 Liter Herculiner, ein Schleifpad, Pinsel und recht grobe Rollen. Das reicht auf jeden Fall für eine Extra Cab Pritsche vom Ford Ranger und wahrscheinlich auch für einen Single Cab.

Herstellerangaben: Deckkraft (zwei Schichten) 0,9 l reichen für eine ebene Fläche von etwa 1,4 Quadratmetern. 3.8 l reichen für 5,1 bis 7 Quadratmeter, wobei die endgültige Trockenschichtdicke 0,8 bis 1,6mm beträgt.)

Hier geht es zum Amazon (Affiliate ) Link

Zur erst heißt es Großreinemachen: Der angesammelte Schmodder der letzten Jahre muss weichen. Mit dem Dampfstrahler geht es in jede Ecke. Es ist schon bemerkenswert, was ich so alles ansammelt. Zum Abkleben der Kannten nutze ich Frogtape. Damit habe ich in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen gesammelt. Es hinterlässt keine Rückstände beim Abziehen und schließt dicht ab, damit nichts unterläuft. Das ist manchmal ein Problem wenn man billiges Kreppband verwendet. Außerdem lässt es sich fast schon modellieren. Bestellen kann man es hier: Frogtape

Zuerst muss die Pritsche richtig gesäubert werden. Empfohlen werden Xylen, Azeton oder MEK Lösungsmittel
Mit dem Frogtape lassen sich auch runde Konturen bilden. Ich will auch die obere Ladekante beschichten ,weil sie einige Lackbeschädigungen hat. Auch die Schrauben sollte man abkleben und nicht unbedingt mit streichen.

Dann heißt es schmirgeln, schmirgeln, schmirgeln. Die glatte Oberfläche muss aufgeraut werden. Mit dem beiliegenden Pat bin ich allerdings nicht gut zurecht gekommen. Da hätte ich die Gebrauchsanweisung gründlicher lesen müssen.

Herstellerhinweis:

Alternativ kann die Oberfläche mit einem Schwingschleifer oder von Hand angeschliffen
werden. Es wird empfohlen, gerade genug Druck anzuwenden, um eine angestrichene
oder grundierte Oberfläche anzuschleifen und zu mattieren. Grobes Schleifpapier von
120 bis 150 genügt. Entfernen Sie Farbe oder Grundierung nicht, da es als zusätzliche
Schutzbarriere und Haftoberfläche benutzt werden kann
.

Da ich auch etwas Zeitdruck hatte, war ich mit dem Schmirgeln zu sparsam und habe es im „huschhusch“ Tempo gemacht. Hier hätte ich mir mehr Zeit gönnen müssen. Der später aufgetragene Lack haftete nicht gut auf der glatten Oberfläche. Das rächt sich.

Also der erste wichtige Tipp: Zeit nehmen bei den Vorarbeiten! Und noch zusätzliches Schmirgelpapier organisieren.

Nach dem Anschleifen wird die Oberfläche wieder ordentlich gereinigt. Evtl. kann an auch ein Lösungsmittel verwenden. ( empfohlen wird Xylen, Azeton oder MEK Lösungsmittel)

So sieht es an einem Ford Ranger Wildtrack aus, wenn man die Schleiferei ernst nimmt. (Bild Bernd Hebel)
(Bild Bernd Hebel)

Nun muss kräftig gerührt werden. Im unteren Bereich haben sich die festen Gummiteile versammelt und oben befindet sich nur dünnflüssiges. Auch zwischendurch muss man immer mal wieder zum Rührstab greifen. Die Gummihandschuhe liegen übrigens nicht aus Spaß dabei. Solange es noch frisch ist, lässt es sich gut von den Händen abwaschen. Ist es einmal getrocknet, wird es doof. Wenn die schwarze Flüssigkeit auf den Händen oder der Haut längere Zeit unentdeckt festgebacken ist, dann soll man die Partie für 10-15 Minuten in warmem Seifenwasser einweichen, sanft schrubben und dann großzügig Feuchtigkeitscreme auftragen. Herculiner geht für gewöhnlich innerhalb von 2-3 Tagen ab. Das kann ich bestätigen :-). Mit dem beiliegenden Pinsel fängt man in den Ecken an. Dort wo die Rolle schlecht hinkommt.

Erst sind die Ecken mit dem Pinsel dran. Es wird mehr getupft wie gestrichen.

Jetzt wird gerollt bis die Ladefläche vollständig beschichtet ist. In einem Forum habe ich gelesen das sich die Rollen auflösen. Das stimmt! Anscheinend zersetzt das Lösungsmittel in der Farbe den Kunststoff der Rolle. Arbeitet man zu trödelig, zersetzt sie sich nach einer gewissen Zeit. Ist man mit der ersten Schicht fertig kann man die Rolle getrost wegschmeißen. Man muss aufpassen, dass die gelösten Teile der Rolle nicht auf der frisch lackierten Fläche verbleibt und mit eintrocknet. Dann heißt es 4 Stunden ! warten bis die Farbe nicht mehr klebrig ist. Erst dann die zweite Schicht auftragen. Aber auch nicht zu lange warten, damit die Schichten noch eine Verbindung eingehen können. Den Pinsel in eine Plastiktüte geben, damit er frisch bleibt für die nächste Schicht.

Nächster Tipp: Genug Zeit einplanen. Denn die 2 Schicht ist Pflicht, sonst gibt es kein vernünftiges Ergebnis! Mit Vorarbeiten und den zwei (partiell bei mir drei) Anstrichen, inklusive Wartezeiten, hat die Aktion einen ganzen Samstag verschlungen. (ca. 10.00 bis 18.00 Uhr) Ich hatte mit weniger Zeit gerechnet, wollte es aber auch dann ordentlich machen. Denn es bleibt ja für immer. Der Lack geht niemals wieder runter.

Die erste Schicht ist drauf, deckt aber nicht so wie gedacht. ob das normal ist oder ich zu wenig geschmirgelt habe vermag ich nicht zu sagen. Der Hersteller spricht ja auf jeden Fall von einer zweiten Schicht.
Hier sieht man deutlich wie immer noch das Weiße des unteren Lacks durchschimmert. Von einem Kollegen habe ich erfahren das es bei ihm auch so war, obwohl er viel fleißiger beim Schleifen war. Also scheint es normal zu sein. dass die erste Schicht nicht deckend ist.
Nach dem zweiten und stellenweise dritten Anstrich hat es komplett gedeckt. Es macht richtig Spaß die schwarze Pampe gleichmäßig auf der Pritsche zu rollen. Da kann man nicht viel verkehrt machen aber man sollte es auch nicht unterschätzen. Es ist nicht mal „eben “ gemacht.

Wenn die zweite Schicht dann angetrocknet ist , habe ich das Frogtape entfernt. Wartet man zulange, härtet die Farbe mit dem Tape aus und die Farbe wird beim lösen brechen oder das Tape reißen. Da muss man den richtigen Zeitpunkt abpassen und nicht verschlafen. Deshalb kann es sinnvoll sein, bei der ersten Schicht nur nahe an den Rand des Klebeband zu streichen und erst bei dem zweiten Auftrag über den Rand auf das Tape zu gehen. So findet man dann besser den Punkt das Tape ab zu ziehen. Wenn jetzt doch mal etwas unterlaufen ist, lässt es sich noch im halbwegs feuchten Zustand prima reinigen. Wenn der Punkt des Aushärtens überschritten ist, wird es mühselig. Da hilft dann vielleicht eine Rasierklinge um die Farbe abzutragen. Ein Bekannter erzählte mir, dass er durch das Rollen nun kleine Spritzer auf seinem Lack hat. Die hat er auf seinem dunklen Fahrzeug nicht gesehen, aber jetzt spürt er sie, wenn er mit der Hand darüberstreicht. Bei meinem weißen Fahrzeug wäre es sicher optisch aufgefallen und man hätte reagieren können.

Herstellerangaben: Üblicherweise ist Herculiner innerhalb 12 Stunden begehbar, sollte aber nicht gereinigt werden oder chemischer Belastung ausgesetzt werden bevor er komplett ausgehärtet ist (in etwa 96 Stunden). Herculiner benötigt also etwa 4 Tage, um völlig auszuhärten

Mit dem Schieber kann man den Vorher – Nachher Effekt prima erkennen
Hier noch mal das Beispiel Ford Ranger Wildtrack. ( Bild Bernd Hebel)
Da noch etwas Material übrig war, habe ich die Chance genutzt und den unteren Schweller noch mit lackiert
Fazit:

Es gibt auch die Möglichkeit das Material mit Sprühpistole und Luftkompressor aufzusprühen. Vielleicht ergibt das einen gleichmäßigeren Auftrag. Aber das Bedarf wiederum aufwendigere, Schutz- Abklebe- und Reinigung Maßnahmen im Vorfeld und Nachgang. Was nun schneller geht ist die große Frage. Herculiner gibt es auch in Sprühdosen, die aber bei den großen Flächen nicht rentabel sind. Auch die „Körnung“ ist dann eine andere. Das eignet sich eher für kleinere Teile, die man besprühen möchte. Zum Beispiel Akzente am Fahrzeug setzten. Das Rollen kann ohne große Vorkenntnisse von Laien durchgeführt werden. Man sollte nur aufmerksam die Gebrauchsanleitung vorher durchlesen und vor allem auch beachten! Und beim Anschleifen nicht futteln – das rächt sich….Dann kann man im Prinzip nicht viel verkehrt machen. Das nächste mal, würde ich mir auch eine geeignete Maske zulegen. Das stundenlange einatmen der Farbe ist nicht sehr angenehm und wahrscheinlich auch nicht sonderlich gesundheitsfördernd. Auch in der Werkstatt muss für richtige Abluft gesorgt werden. Ansonsten hat es richtig Spaß gemacht.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Angelika & Josef sagt:

    Hallo Roger,

    danke für die ausführliche Info bezüglich die Versiegelung der Ladefläche mit Herculiner. Habe das Zeugs schon seit Herbst letzten Jahres zuhause, bin aber noch nicht dazugekommen es zu verarbeiten, da es wettertechnisch nicht mehr gepasst hat. Freut mich jetzt umso mehr, daß ich vor meinem Start noch deinen Erfahrungsbericht lesen konnte, ist doch der eine oder andere gute Tipp dabei den ich beherzigen werde, sprich anschleifen, Pausen usw.
    Ganz herzliche Grüße aus dem Zillertal
    Angelika & Josef

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s