Reise in die Pyrenäen

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Dieses Jahr sollte unsere Offroad Tour in die Pyrenäen gehen. Aus beruflichen Gründen erst Mitte Oktober. Zusammen mit 2 Ford Ranger und einem Defender unseres Offroad Stammtisch, ging es Richtung Süden, mit dem ersten Ziel Andorra . Die 1400 km lange Anfahrt nach Andorra haben wir in 2 Etappen aufgeteilt. Als ersten Stopp hab ich einen Womo Stellplatz in Leucate ausgesucht. Ohne Infrastruktur, aber direkt am Meer gelegen. Eine gemütliche Kneipe mit Live Music haben wir ganz in der Nähe gefunden.

Wohnmobilstellplatz Leucate747 Mouret, 11370 Leucate, Frankreich (Google Maps)

Kartenquelle: Openstreetmaps
Eine bunte Mischung v.l.n.r. : Ein VW Amarok mit AluCab Hardtop Camper . Ein Ford Ranger mit Kahja Kabine von AluCab. (M)ein Ford Ranger mit Fernweh Mobil von Cramer Technik und ein 110er Defender mit AluCab Hubdach.
Ab jetzt kommt Urlaubsstimmung auf. Am Strand von Leucate

Nach einer stürmischen Nacht reisen wir ca. 300 km vom Stellplatz Leucate nach Andorra – In das Land der Tankstellen. Ich habe noch nie eine solche Dichte an Tankstellen vorgefunden. Es ist aber auch kein Wunder: Hier kann man für einen unfassbaren Betrag von 1.03€ pro Liter Diesel Tanken. Wo man doch noch eben in Frankreich 1.65€ gezahlt hat. Aber auch Elektro Artikel und Parfum kann man in der Stadt Andorra de Vella , einem Einkaufsparadies recht günstig erwerben. Auf Grund niedriger Steuersätze kann man hier das ein oder andere Schnäppchen machen. Aber auch hier gilt wie immer ,einmal die Preise zu vergleichen. Einzelne Stichproben bei den Elektroartikel haben ergeben ,dass die Ersparnisse dann doch nicht so spektakulär waren. Eigentlich sollte dann hier schon unsere erste Offroad Tour beginnen. Doch es gibt lange Gesichter: Ein Schild verbietet das Befahren jeglicher motorisierter Fahrzeuge. Das ist das Problem, wenn man die Touren bei Wikiloc raussucht. Hier werden auch illegale Strecken veröffentlicht. Wir haben keine Lust auf Ärger und verkneifen uns die Tour. Man weiß halt nie wie die örtliche Polizei so etwas ahndet. Deshalb nehme ich gerne die Touren von MDMot als Grundlage zur Tourenplanung. Da weiß man, dass die Touren von Martin und Dana befahren wurden und es sich in der Regel um offiziell befahrbare Pisten handelt. So vermeidet man unter Umständen eine Menge Ärger in seinem Urlaub. Und es nervt auf Dauer, wenn man mit 4 Fahrzeugen in Kolonne eine Piste fährt, um dann nach ein paar Kilometer vor einer verschlossenen Schranke zu stehen oder die Tracks so hart werden , dass man sein Auto zerlegt.

Die meisten Touren stammen aus diesem Buch vom MDMot.
Martin und Dana suchen die schönsten Pisten einer Region und verkaufen diese als Roadbook mit Koordinaten CD oder Stick. Sehr empfehlenswert! Einige Touren die wir fahren, sind von Wikiloc, einer Plattform wo jedermann seine Touren veröffentlichen kann. Allerdings ist bei Wikiloc nicht immer der Schwierigkeitsgrad definiert und die Pisten nicht immer legal. Bei den Büchern von MDMot weiß man, dass diese in der Regel offiziell fahrbar sind. Allerdings verändern auch diese Pisten im laufe der Zeit ihre Beschaffenheit. Und so fallen manche Touren manchmal etwas härter aus, wie im Heft beschrieben. Schwierigkeitsgrade im Offroad Fahren sind schwer zu definieren. Wo der eine schon an sein Limit kommt , fährt der andere entspannt weiter. Also alles recht subjektiv. Aber MDMot versuchen die Touren recht gut zu beschreiben.
Hier geht es zur Seite von Martin und Dana: MDMot
Nach etwas längerer Suche, finden wir dank der App Park4Night in der Nähe von Andorra de Vella einen tollen Übernachtungsplatz. Gar nicht so einfach in der dicht besiedelten Bergwelt von Andorra .
Sieht nach Kinderarbeit aus, aber Aron hat mir versichert, dass ihm das Spaß gemacht hat.
Endlich geht es los. Die erste Offroad Strecke : „Andorra Schmuggler Tour“
Entspanntes reisen durch traumhafte Kulissen
Tor , ein fast vergessenes Bergdorf im Nichts. Aber anscheinend sind die Häuser teils (wieder) bewohnt.
In Tor gibt es ein kleines Gasthaus. Das urigste Gasthaus das ich kenne.
Die hausgemachte Wurst wird direkt am offenen Kamin gegrillt.

Der Gasthof ist ein absoluter Tipp. Man sollte es nicht verpassen und dort ein (preiswertes) Essen zu sich nehmen. Nach dem tollen Essen im Gasthof Casa Sisqueta heißt es noch einmal Kilometer schruppen. Es geht 160 km weiter Richtung Süden.

Überall in den Pyrenäen findet man verlassene Dörfer
Nach einigen Wetterkapriolen lacht wieder die Sonne. Eine halbe Stunde vorher, fuhren wir durch so dichten Nebel das wir abbrechen und umkehren wollten. Auf den teils ungesicherten Pisten ist das fahren im Nebel eine Herausforderung und nicht ganz ungefährlich.
Badezeit: Nach Tagen ohne Dusche sehr erholsam
Thorsten der Frühstücks -Koch
Diese Ei/Brot/Tomate/Speck Kombination hat Thorsten auf seiner letzten Namibia Tour kennengelernt.

Und ist nun Ende Oktober eine gute Reisezeit um in die Pyrenäen zu reisen? Dazu ein eindeutiges „JEIN„. Die Tage sind kurz. Und oft verschwindet die Sonne schon am späten Nachmittag hinter den Bergen. Und dann wird es frisch im Tal . Und bei den Übernachtungen in den Bergen wird es kalt. Deshalb sollte man seine Winterjacke nicht vergessen. Auch wenn es auf meinen Bildern meistens nach Sommer aussieht. Wenn die Sonne scheint, erlebt man einen traumhaften Indian Summer. In den Tagen der Reise erlebten wir alle Wetterphasen die Petrus so vorgesehen hat. Wir konnten im See schwimmen, haben beim Wandern geschwitzt und auf dem Berg den Hintern abgefroren. Aber wir hatten Glück: Ein paar Tage später konnte man der Tagespresse entnehmen , dass genau in unserer bereisten Region Katalonien schwere Unwetter mehrere Todesopfer gefordert haben. In 2005 habe ich schon mal die Pyrenäen bereist. Damals gab es im Juni !! Schneefall in den Bergen. Ein Reisegruppe war dann für einen Tag am Berg eingeschlossen. Auf Grund der Schneeglätte hatte man keine Chance die steil abfallenden Bergpisten zu bewältigen. Man musste warten bis der Schnee geschmolzen und die Pisten wieder bergabwärts befahrbar waren . Auf einen Winterdienst wird man dort oben vergebens hoffen. Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die Wettervorhersage. Man sollte das Fahren in den abgelegenen und einsamen Bergen nicht auf die ganz leichte Schulter nehmen. Benötigt man Hilfe wird´s kompliziert, aufwändig und wahrscheinlich teuer. Deshalb alles lieber etwas defensiv angehen und die Risiken minimieren. Das man keinerlei Müll hinterlässt ist selbstverständlich. Die meisten Campingplätze sind du dieser Jahreszeit bereits geschlossen. Teilweise sahen die von uns angefahrenen Plätze aus als wären sie schon seit Wochen zu. Obwohl Google und Betreiberhomepage behaupten sie wären offen. Das grüne Wasser im Pool sah nicht einladend aus… Und so hatten wir in dieser Woche nur zwei mal die Gelegenheit eine heiße Dusche zu nutzen. Den Rest haben wir autark im und am Fahrzeug verbracht. Aber genau so wollen wir es ja haben. Die ganze Region wirkt total verlassen alles wie ausgestorben. Man sieht kaum Menschen auf den Straßen und auf den gesamten Pistenkilometer die wir gefahren sind, haben wir 2 Mountainbiker und einen einzelnen Motorradfahrer getroffen. Ab und an einen Hirten, aber keine weiteren Reisegruppen. Man stört also keine Wanderer oder Fahrradfahrer und daher die optimale Reisezeit zum Offroaden.

Nach einer traumhaften Nacht am See (beschrieben im MD Mot Roadbook Tour Nr. 35 ) geht es zu einer der spektakulärsten Wanderung die ich je erlebt habe. Den Wanderweg „Pasarelas de Montfalcó oder auch „Congost de Mont-Rebei “ durch die Schlucht „George Mont-rebei“ Die vielen verschiedenen Bezeichnungen für diesen Wanderweg haben mich bei der Planung der Tour erst einmal verwirrt. Nach einigen Internet Recherchen wurde mir aber klar,das die alle diesen einen spektakulären Wanderweg meinen. Eigentlich ist es ganz einfach. Es gibt zwei Eingänge zum Wanderweg. Einen „Haupteingang „ an einem kostenpflichtigen Parkplatz und einen am Refugio „Alberg de Montfalcó“. Wir haben den kostenfreien Hintereingang am Refugio genommen (Parkplatz genügend vorhanden) ,da wir dort ganz in der Nähe am See übernachtet haben und die Schotterpiste sowieso am Haus entlang läuft. Um den kompletten Weg hin und zurück zu laufen, sollte man ca. 6-7 Stunden einkalkulieren. Und im Sommer viel zu trinken mitnehmen. Festes Schuhwerk sollte selbstverständlich sein. Und Schwindelfreiheit! Geht man den kompletten Weg erlebt man zwei atemberaubende Aufstiege über im Fels verankerte Holztreppen, eine Hängebrücke und im Fels gehauene Tunnel. Der See, an dem entlangwandert wird trennt die Regionen Katalonien und Aragonien.

Ein offensichtlich verletzter Fuchs kreuzt unseren Weg. Leider können wir ihm nicht helfen und er zieht nach ein paar zugeworfenen Würsten weiter .
Meine erste Reaktion: „Nein da geh ich nicht hoch“. Ist man dann aber einmal unterwegs ,läuft´s irgendwie. Der deutsche TÜV wäre hier sicher Amok gelaufen.:-)
Nichts für schwache Nerven!
Aron , unser jüngster Mitreisender, hat am wenigsten Angst und die meiste Energie.
Manchmal sind die Stufen recht eng am Fels gebaut-
Seitlich besteht das Geländer nur aus 4 dünnen Drahtseilen.
Eine grandiose Schluchtenlandschaft öffnet sich .
Etwas schaukelig aber kein Problem. Nur auf dieser Hängebrücke geht es übern See.
Spektakulär in den Fels gehauene Pfade
Abend Idylle am Campingplatz

Empfehlenswert als Ausgangspunkt für Offroad Touren in der Region, ist der Campingplatz „Camping Bungalowpark Isábena Aber auch dieser schließt in wenigen Tagen nach unserer Ankunft. Nur ein paar letzte Motorradfahrer befinden sich auf dem Platz, bevor alles in den Winterschlaf gelegt wird. Für uns aber nach Tagen endlich die erste Gelegenheit für eine heiße Dusche.

Abendliches Ritual : Gin Tonic mit einem Stück Limette und Eiswürfel aus Thorstens Snowmaster Kühlschrank

Ganz in der Nähe vom Camping Isabena befindet sich der kleine Ort Roda Isabena. Es ist der kleinste Ort in Spanien mit einer  Kathedrale und war schon 956 Bischofssitz. Heute leben dort nur noch knapp 40 Einwohner. Das Restaurant, welches ich aus meiner Reise in 2005 sehr gut in Erinnerung hatte, war leider geschlossen. Wenn man in der absoluten Nachsaison reist, muss man natürlich damit rechnen , dass die touristische Infrastruktur nicht mehr voll erschlossen ist. Aber ein Besuch ist der Ort auf jeden Fall wert.

Direkt neben dem Campingplatz beginnt eine Tour ,die sich offroad-technisch als größte Herausforderung der diesjährigen Reise zeigt. Durch tiefe Auswaschungen der letzten Unwetter muss man schon mal die Hinterachssperre einschalten oder mit etwas Schwung in die tiefen Senken fahren. Teilweise recht steil auf losem Schotter müssen die Fahrzeuge zeigen was sie können. Aber dafür waren wir ja schließlich hier!

Kurzes Fachsimpeln über das kurz zuvor Erlebte.
Hier geht es hoch. Vom gegenüber gelegenen Berg, kann man schon den Aufstieg zum Turbon erkennen.
Auf dem Weg zum Turbon ( MDMot Tour P 4)
Irgendwann endet die Piste und wird zum Wiesenpfad.
Erste Annäherungsversuche

Eiskalte Nacht. Sobald die Sonne hinter den Bergen verschwindet fällt das Thermometer. Und auf 2000 m Höhe versagen dann zeitweise die Standheizungen. Das liegt am veränderten Luftdruck, Sauerstoffmangel und meist eisiger Kälte. Dann verbrennen die Heizungen nicht mehr normal und fangen an zu streiken. Wir haben die Heizungen (2 x Planar und 1 x Webasto ) mehrmals starten müssen. Alle drei gingen in unregelmäßigen Abständen auf Störung. Irgendwann haben wir herausgefunden, dass sie auf kleinste Stufe durch laufen. Warum? Keine Ahnung, aber es funktioniert!

Traumhafte Herbstfarben
Leider (Gott sei Dank) hatten die umliegenden Campingplätze bereits geschlossen. Und so haben wir wieder mal einen traumhaften Übernachtungsplatz gefunden. Danach ging es wieder nach Norden .Richtung Heimat.
Hier findet man in einem wunderschönen Tal ( Sackgasse) schöne Stellplätze vor traumhafter Kulisse.

Letzter Halt: Carcassonne. Auf dem Rückweg nach Deutschland haben wir es uns nicht nehmen lassen die Mittelalterstadt Carcassonne anzuschauen. 4 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr das Weltkulturerbe. Die Wehrmauern bzw. die Festungsanlage sind von ihrer Größe und Erhaltungszustand einmalig in Europa. Leider sind wir etwas spät dran und können das Innere der Burganlage nicht besichtigen. Aber allein durch die Stadt zu schlendern macht schon Spaß und ist sehr beeindruckend. Die Citè ,also die Stadt die von den Mauern umgeben ist , ist bewohnt und touristisch voll erschlossen. Für meinen Geschmack schon ein bisschen zu viel.´Alles wird vermarktet und artet oft in unsagbaren Kitsch aus. Am Abend finden wir ein schönes Restaurant für ein schönes Abschiedsessen. Denn am nächsten Morgen geht es wieder Richtung Heimat. Optimaler Campingplatz ist der Camping de la Cité Von hier kann man die Stadt fußläufig erreichen

Und hier geht es zum Video (YouTube):

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