Zusätzlicher Ladestrom für die Versorgungsbatterie

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Das Problem:

Zurzeit wird meine 100 Ampere Versorgungsbatterie in der Kabine ausschließlich mit dem Solarpanel gespeist. Als Verbraucher ist eine Waeco CFX 40 angeschlossen (läuft auf Reisen nonstop bei 4–7 Celsius), 3 LED-Lampen, ein Stromwandler, ein Kfz / USB Stecker und die Standheizung. Das hat alles bis jetzt hervorragend geklappt. Lag aber daran, dass wir nur sonnen verwöhnte Länder bereist haben. Ist es bei der Reise bewölkt und begibt man sich dann noch für längere Zeit auf eine Fähre, sieht man, dass die Batterieleistung in die Knie geht. Wird das dann noch kalt, sodass man seine Standheizung laufen lassen muss, wird es eng.

Das Ziel:

Also möchte ich eine Verbindung vom Motorraum zur Kabine schaffen. Damit die Lichtmaschine die Kabinen Verbraucherbatterie mit versorgt und es zu keinen Versorgungsengpässen kommt.

Die Lösung:

Ich möchte also ein Kabel vom Motorraum zur Kabine legen, welches die Batterien miteinander verbindet. Ist die Starterbatterie im Motorraum gut gefüllt, schaltet ein Trennrelais und leitet den Strom zur hinteren Versorgungsbatterie. Das geschieht völlig automatisch, ohne weiteres Zutun. Das gekaufte Relais versorgt anscheinend auch rückwärts. Also es werden Stromimpulse von der Versorgungsbatterie zur Starterbatterie gesendet. Das verhindert eine Tiefenentladung der Starterbatterie. So die Werbung. Ob das wirklich wie angekündigt funktioniert, wird sich zeigen.

Das Wunderteil: Ein intelligentes Relais für das Batteriemanagement.

 

So soll das Kabel zur Verbindung der beiden Batterien verlegt werden

 

Dazu müssen folgende Arbeiten erledigt werden:

Die Montage

Eine Montage sollte nur von fachlich geeigneten Personen durchgeführt werden und es müssen unbedingt die Herstellerangaben beachtet werden. Wer sich unsicher ist, sollte unbedingt eine Fachwerkstatt aufsuchen.

Der Schaltplan

 

Zuerst gilt es ein Plätzchen für das Trennrelais im Motorraum zu finden. Gar nicht so einfach da bereits alles ziemlich dicht verbaut ist. Ich entscheide mich für eine schon vorhandene Bohrung an der vorderen Kante des Rangers.

Hier erstmal nur provisorisch befestigt: Das Trennrelais

 

Ganz schön eng und verbaut. Man muss überlegen wo man die Kabel herführen kann,ohne das sie von der Motorhaube gequetscht werden.

 

Die roten Plusleitungen sind montiert. An die 86 kommt das Massekabel.

 

Das Massekabel habe ich mit einem kleinen Schalter unterbrochen. Sollte das Fahrzeug mal ohne Kabine gefahren werden liegen wahrscheinlich die Strom geführten Kabel lose auf der Pritsche. Dadurch könnte es z. Bsp. durch Wasser zu einem Kurzschluss kommen. Durch den Schalter kann bei Bedarf der Stromfluss unterbrochen werden, da das Relais dann so nicht schaltet. Alternativ zum Schalter, kann man natürlich auch einen Natoknochen montieren.

 

Sicher ist sicher. Ich habe 20 Ampere Sicherungen verbaut.

 

Die Kontakte der Sicherung werden etwas gefettet , damit sie sich bei Bedarf wieder besser lösen lässt. Eingesteckt werden die Sicherungen erst ganz zum Schuss.

 

Die Starterbatterie liegt in Fahrtrichtung links,die Versorgungsbatterie in der Kabine auf der rechten Seite. Folglich muss das Kabel einmal zur anderen Seite verlegt werden .

 

Die Kabel führt man dann vom Motorraum auf den rechten Leiterrahmen. Da dieser praktischerweise durchlöchert ist, lässt sich das Kabel mit Kabelbinder prima auf dem Rahmen fixieren. Dann geht es vor den Hinterreifen hoch zur Pritsche.

 

Einfach auf den Leiterrahmen legen und mit Kabelbinder fixieren.
Der Geheimgang: Man braucht keine Löcher in die Pritsche bohren. Ford hat mitgedacht und für solche Fälle ein Loch gelassen. ob das bei anderen Pickups auch so ist, weiss ich nicht. Auf jeden Fall muss man einen Kantenschutz montieren, da das Blech messerscharf ist und auf Dauer das Kabel beschädigen kann.

 

Rechts oben kommen die Kabel heraus.Kein Bohren nötig.

 

Jetzt heißt es mutig sein und sich vorher davon zu überzeugen, das im Inneren nichts beschädigt wird.

 

Hochwertige Durchlässe aus dem Bootsbau. Zusätzlich noch mit Sikaflex eingedichtet.

 

Damit ein guter Kontakt entsteht, müssen die Kabel relativ weit abisoliert werden.

 

 

Wasserdichte Steckverbinder

 

Auch wieder mit 20 Ampere gesichert

 

Anschluss an der Versorgungsbatterie. Links kommt vom Solarpanel ,rechts von der Starterbatterie. So sollte die 100 Ampere Batterie bestens versorgt werden.

 

Es funktioniert! Schon nach einer knappen Stunde Autofahrt, ist die Versorgungsbatterie um 5% mehr gefüllt.

 

Ob meine Konstruktion erfolgreich ist, wird die nächste Tour zu den Pyrenäen zeigen. Erste Tests haben mich schon mal positiv gestimmt.

Update / Wichtig!

Ein aufmerksamer Leser hat mir einen wichtigen Hinweis gegeben: Wenn man an den Solaranlagenregler eine zusätzliche Stromzufuhr anschließt, muss das Display auf Spannungssteuerung umgestellt werden. Das heißt, mein Einbau funktioniert. Das Display zeigt sonst falsche Werte an bzw. berechnet die Werte falsch. Wirft man mal ein Blick in die Betriebsanleitung, steht es auch so dort beschrieben. Das Teil muss auf Spannungssteuerung gestellt werden! Dann werden auch die Werte richtig angezeigt!

Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Hätte ich vorher mal reingeschaut ,wäre es sofort klar gewesen.

Fazit:

Der Einbau des Trennrelais funktioniert bei meinem älteren Fahrzeug. Bei einem jüngeren und insbesondere bei Lithium-Batterien wird es aufgrund des modernen Lichtmaschinenmanagements bzw. Batteriemanagement nicht so einfach funktionieren. Was mich weiterhin beim Trennrelais stört. Ich weiß nicht, wann und ob es lädt. Es gibt keinerlei Funktionsanzeigen. Deshalb würde ich heute immer einen Ladebooster verbauen. Letztendlich die ähnliche Vorgehensweise wie im Artikel beschrieben. Die Firma Tigerexped hat einen schönen Artikel zum Thema verfasst. Den findest du hier:

 

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