Neue Schuhe für den Ranger

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Reifenkauf für einen Geländewagen entwickelt sich oft zu einem ähnlichen Drama, wie wenn Frauen Schuhe kaufen. Eigentlich sollte es was bequemes werden, aber gekauft wird ein Schuh mit hohem Absatz. Reifen und Schuhkauf findet oft auf emotionaler und nicht auf rationaler Ebene statt. So sollte man sich beim Reifenkauf für einen Geländewagen auch erst einmal Gedanken machen, zu welchem Zweck der Reifen in Zukunft verwendet werden soll. Trial? Rallye? Schlammwühlen in Rumänien? Sand und Pisten in Tunesien oder Marokko? Oder gar kein Gelände? Fahr ich wirklich viel im Gelände oder bewege ich mich zum großen Teil auf der Autobahn? Und eine Frau sollte sich ähnlich fragen: Will ich mit dem Schuh wandern oder tanzen gehen?

Letztlich wird es bei allen Entscheidungen meistens zu einem Kompromiss kommen. Und da muss man ehrlich zu sich selbst sein. Kaufe ich einen grobstolligen Reifen, nur wegen der coolen Optik und fahre dann zu 97% des Jahres mit dem Risiko von Vibrationen , Unwuchten, erhöhtem Spritverbrauch und lauten Getöse auf der Autobahn? Macht das Sinn? Selbst wenn die neuen Generationen der Mud Terrain Reifen relativ leise geworden sind, so darf man nicht vergessen, dass das Gummi im Laufe der Zeit aushärtet und die Geräuschkulisse zunimmt. Ich berichte aus eigener Erfahrung und habe gelernt. Irgendwann nervt es.

Für mich ein guter Kompromiss in der Profilwahl: Der All-Terrain von BF Goodrich. Gute Geländeeigenschaften gepaart mit guter Straßeneignung. Laut Hersteller 50% von jedem.

Auch bei einer Marokko oder Tunesien Reise, bewegt man sich erst einmal hunderte Kilometer auf Asphalt , bevor man sich dann einen – im Verhältnis minimalen Anteil – auf Sand oder Piste fährt. Allerdings sollte man für einen Geländewagen der öfters im Gelände gefordert wird, in entsprechende Offroad Reifen investieren. Unabhängig vom Profil, sind die Karkassen widerstandsfähiger, als bei einem Straßenreifen (So hat zum Beispiel ein BF Goodrich AT / MT eine mehrlagige, widerstandsfähige Karkasse und auch die Flanken sind verstärkt). Man sieht es dem Reifen von außen nicht an. Letztlich sind sie alle schwarz und rund. Die Qualitätsunterschiede sind oft im Inneren verborgen. Der Ärger kommt dann während der Reise. So habe ich mir mit Michelin Straßenreifen bei einer Tunesien Reise, drei !!! platte Reifen durch Dornen eingehandelt. Mit einem echten Geländewagenreifen – egal ob MT oder AT – wäre das nicht passiert. Seit dem ich dann auf BF-Goodrich oder Cooper Mt und AT´s umgestiegen bin , habe ich mir keinen Platten mehr eingefahren. Also Augen auf beim Reifenkauf. Hierbei zu sparen kann ärgerliche Folgen haben.

Ein Reifenwechsel in der Wüste macht nicht immer Spaß. Drei Wechsel bei einer Tour erst recht nicht. Und kann auch böse – unter Umständen lebensgefährliche Folgen haben.
Fürs Erste mit dem Notfallset repariert. Der falsche Reifen in der falschen Umgebung.

Für mich macht der All Terrain Reifen am meisten Sinn. Der BF-Goodrich AT wird zum Beispiel mit 50 % Gelände und 50 % Offroad Einsatz beworben. Also eine eierlegende Wollmilchsau. Der Stöckelschuh mit dem man auch wandern kann! Der optimale Reisereifen, der viele Geländeherausforderungen meistert. Er funktioniert im Sand, Schlamm, auf der Straße, Felsen und hat sogar eine M&S Kennzeichnung für die Fahrt durch den Schnee. Ich fahre den Reifen das ganze Jahr. Wobei Wintervielfahrer auf jeden Fall mit einem echten Winterreifen besser bedient sind.


Mit dieser Kennzeichnung, werden laut EU-Vorschriften die Reifen als Winterreifen eingestuft. Die Werte auf winterlichen Straßen, unterliegen jedoch keinem genormten Testverfahren!

Klar gibt es auch im Gelände Situationen wo man sich grobstollige MT´s wünscht. Aber wie schon geschrieben, jeder Reifen hat seine Vor- und Nachteile und man muss zwangsweise einen Kompromiss eingehen. Tanzen oder wandern, Highheels oder Sandalen, FlipFlops oder Stiefel. Alles hat seinen bestimmten Einsatzzweck.

Ein Klassiker ist die Dotz Dakar Felge. Solange ich Offroad fahre, gibt es diese Stahlfelge (Ja, richtig gelesen,eine Stahlfelge!) auf dem Markt. Und das werden jetzt 30 Jahre! Neben dem unschlagbaren Preis, hat die Felge den Vorteil, dass sie aus Stahl ist und nach einem ungewollten harten Offroad Einsatz nur verbiegt und nicht bricht, wie eine Alufelge. So kann man die Felge mit einem Hammer wieder in Form bringen, um zumindest wieder in die Zivilisation zu gelangen. Deshalb hat sie einen legendären Ruf bei Fernreisenden. Und das eine Felge brechen kann ,habe ich bei diversen Rallys in Tunesien live erlebt. Selten, aber es kommt vor. Ich selbst hatte mal einen Riss in der Alufelge ,wo langsam aber sicher Luft entweichte. Es hat lange gebraucht bis wir den Fehler entdeckt haben.

Der Hersteller schreibt zu diesen Felgen:

Für Fahrer aus Stahl: die DOTZ Dakar in silber oder dark Seit mehr als 30 Jahren gilt „Die Dakar“ als die Königin der Wüstenrallyes: Mensch und Technik werden bei dem strapaziösen und riskanten Marathonevent auf Äußerste belastet, so dass als Piloten Männer und Frauen „aus Stahl“ gefordert sind. Für das Designer-Rad Dakar aus dem Programm von Dotz Survival ist dieses Material nicht nur eine Metapher, sondern das Metall der Wahl.

Ein deutlicher optischer Unterschied : 265/65 R 17 vs. 265/75 R 16
Um 1 Zoll kleinere Felge, aber größerer Durchmesser und somit mehr Bodenfreiheit ( 1,3 cm) und mehr Gummi zwischen Boden und Felge.

Seit einiger Zeit gibt es von der Dotz Dakar endlich für den Ford Ranger eine Freigabe über die Reifengröße 265/75 R16. Für mich nicht nur optisch die perfekte Größe sondern auch eine gängige Reifengröße die bei Bedarf überall erhältlich ist. (265/75 R16 entspricht auch der amerikanischen Bezeichnung 32 x 10,50 R 16). Man gewinnt etwas an Bodenfreiheit, aber vor allem wächst der Abstand zwischen Boden und Felge. (die 75 in der Reifengröße, zeigt das prozentuale Verhältnis der Höhe zur Lauffläche.) Das Problem der meisten „Niederquerschnittreifen“ auf den heutigen SUV´s und Geländewagen ist ,dass man keine große Möglichkeit mehr hat mit dem Luftdruck zu spielen. So heißt es zum Beispiel in der Wüste Luft ablassen. Gnadenlos, bis auf 0,8 bar.

Luft ablassen ist Plicht bevor es ist den Sand geht!

Durch die dann entstehende Wulst am Reifen soll eine möglichst breite Auflagefläche entstehen. Diesen Trick hat man sich bei den Wüstenschiffen abgeschaut. Die Folge ist ,dass der Reifen weniger im Sand versinken kann. Allerdings heißt es jetzt umsichtig zu fahren, damit der Reifen nicht von der Felge rutscht! Außerdem steigt bei geringer Aufbauhöhe (niederer Querschnitt) eines Reifen die Verletzungsgefahr für die Felge im felsigen, steinigen Terrain. Natürlich hat ein Niederquerschnitt auch Vorteile: Weniger Gummi ,somit leichter, weniger Vibrationen,weniger Walken, dadurch höhere Geschwindigkeiten möglich….weniger Spritverbrauch und,und,und. Aber die gewünschten Offroadeigenschaften werden dadurch vernachlässigt. Und da sind wir wieder beim Thema, dass man irgendwo einen Kompromiss eingehen muss. Man kann nicht alles haben…..

Den Dromedaren nachgemacht. Der Fuß spreizt sich und vergrößert seine Auflagefläche. So sinkt das Wüstenschiff nicht in den Sand ein. Der Trick funktioniert auch im Schlamm.
Der Trick hätte auch in Griechenland am Strand funktioniert……
….wenn ich denn vorher Luft abgelassen hätte…..bzw. überhaupt mal den Allrad angeschaltet hätte….. 😀

Gekauft habe ich letztlich 4 Reifen in der Größe 265/75 R16 auf der Dotz Dakar Felge in 16 Zoll schwarz und einer Einpresstiefe von ET24. Durch diese Einpresstiefe spart man sich die Spurverbreiterung. Die Reifen wandern ganz nach außen. Laut Gutachten benötigt man eine Abdeckung. Mal schauen was der TÜV Prüfer sagt. Es ist auf jeden Fall grenzwertig.

Bei Ebay habe ich ein fast unschlagbares Angebot bei der Firma CPO Handelsgesellschaft in Neubrandenburg gefunden. Die Reifen kommen fertig montiert, gewuchtet und mit Gutachten auf einer kleinen Palette. Man muss die Reifen nur noch montieren und den Weg zum TÜV zur Eintragung finden.

Fix und Fertig. Müssen nur noch montiert werden und ab zum TÜV
Schon fertig gewuchtet.

Wer sich unsicher ist, welche Reifengröße auf sein Fahrzeug passt ,schreibt eine Mail an Herrn Oberst von CPO-Offroad.com am besten mit anhängendem Fahrzeugschein. Dieser prüft dann was am Fahrzeug möglich ist und unterbreitet ein Angebot. Natürlich gibt es da nicht nur BF Goodrich und Dotz Dakar sondern die ganze Bandbreite der Geländewagenreifen und Felgen

265/65R17 vs. 265/75R16

So wie es aussieht,bedarf es noch einer Verbreiterung

Die erste Probefahrt mit den neuen Schuhen war überraschend angenehm. Null Vibrationen und ein verbesserter Fahrkomfort. Allerdings nehmen die neuen Reifen – wie befürchtet – in den höheren Geschwindigkeiten etwas an Power. Sollte beim großen 3.2 Liter Motor von Ford allerdings weniger ins Gewicht fallen. So wie es nach den ersten Fahrten mit GPS Vergleich ausschaut, bedarf es keine Tachoangleichung. Der Tacho und GPS zeigen die Geschwindigkeit absolut identisch. Jetzt muss ich das nur noch dem TÜV Prüfer begreiflich machen.

Update:

Ich bin heute mit meinem Fahrzeug und der neuen Reifen / Felgen Kombination beim örtlichen TÜV vorstellig geworden. Das Thema Radabdeckung und Tachoangleichung war kein Thema. Alles im grünen Bereich. Der Reifen ist ausreichend vom Kotflügel abgedeckt und der Tacho läuft aufs „Gramm“ genau. Allerdings stellte sich dann folgendes Problem dar: Was ich völlig übersehen habe ist , dass mein Fahrzeug mit 175 km/h !! in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist. Mir bleibt es ein Rätsel wie mein Pickup mit 2.2 Liter Maschine das schaffen soll, aber egal: Es steht nun mal dort so geschrieben. Dummerweise haben die Reifen einen Geschwindigkeitsindex von R (siehe Tabelle = max.170 km/ h). Also fehlen 5 km/h und der Reifen ist nicht eintragungsfähig. Der Reifenindex muss der im Fahrzeugschein angegebenen Geschwindigkeit entsprechen bzw. überschreiten.Was nun? Irgendwo habe ich mal gelesen das man an seinem Tacho ein Aufkleber aufbringen darf und somit die Geschwindigkeit entsprechend einschränkt. Der Prüfer argumentierte dagegen, dass es nur bei Winterreifen üblich sei. Prima,der BF-Goodrich ist ein Winterreifen! Nach dem der Prüfer das Schnee Symbol am Reifen gefunden hatte , war er mit dem Kompromiss einverstanden. So wurde der Reifen eingetragen mit dem Hinweis, dass der Tacho mit einem Label auf 170 km/h beschränkt werden muss. Bei weiteren Nachforschungen und Rücksprache mit dem Verkäufer habe ich erfahren, dass dieser „Trick“ durchaus üblich ist und bei manchen Prüfer auch ohne Winterreifen Kennzeichnung akzeptiert wird. Deshalb unbedingt vorher das Gespräch mit dem Prüfer suchen. Damit erspart man sich anschließende Rennerei und lange Gesichter.

Daten zur Felge:

Alle Angaben ohne Gewähr.

Dimension : 7 x 16 Zoll Einpresstiefe 24 Lochkreis 6 Befestigungsschrauben Lochkreis 139.7 (passend für Ford Ranger 2AB)

Freigabe unter Berücksichtungen diverser TÜV Auflagen:

  • 245/75 R16
  • 255/65 R 16
  • 255/70 R 16
  • 165/70 R 16
  • 265/75 R 16

Daten zum Reifen:

Alle Angaben ohne Gewähr.

Größe 265/ 75 R 16 BF Goodrich All Terrain

265 beschreibt die Nennbreite des Reifen in mm .

75 steht für das Querschnittsverhältnis (Höhe zur Breite in Prozent) Das heißt die Höhe der Seitenwand im Verhältnis zur Nennbreite

16 beschreibt den Felgennenndurchmesser in Zoll

Die Ziffern beschreibt die Tragfähigkeitskennzahl. Das heißt die höchste Last die ein Reifen bei maximalen Reifenfülldruck tragen darf. Die Zahl ist nur ein Index, eine Kennzahl und das Gewicht muss aus einer Tabelle entnommen werden. Bei LKW und ähnlichen Lastenfahrzeugen ist es üblich zwei mal den Loadindex anzugeben. Der erste Wert gibt die maximale Belastung bei einer einfachen Bereifung an, der zweite bei einer doppelten Bereifung pro Achsenseite.

hier ein paar Beispiele :

  • Kennzahl 97 entspricht 730 kg Traglast pro Reifen
  • Kennzahl 107 entspricht 975 kg Traglast pro Reifen
  • Kennzahl 109 entspricht 1030 kg Traglast pro Reifen
  • Kennzahl 116 entspricht 1250 kg Traglast pro Reifen
  • Kennzahl 119 entspricht 1360 kg Traglast pro Reifen

weitere Infos dazu finden Sie zum Beispiel hier: Wikipedia

R beschreibt die max. erlaubte Geschwindigkeit

hier ein paar Beispiele:

  • Q: 160 km/h
  • R : 170km/h
  • S: 180 km/h
  • T : 190 km/h
  • U: 210 km

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