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Thank you!
An dieser Stelle möchte ich erst einmal Danke sagen:
An: DHL, DPD, UPS, Hermes, GLS, Deutsche Post und all die anderen Boten für Ihren unermüdlichen Einsatz zur Fertigstellung meiner Wohnkabine. Manchmal schon ein bisschen unangenehm, wenn täglich Pakete angeliefert werden. Mancher Lieferant wird denken, ich hätte die Kontrolle über mein Leben verloren und bin dem Kaufrausch verfallen.
Und natürlich an die PWS Offroad, meinem Arbeitgeber, der es mir ermöglicht hat, die Werkstatt und Werkzeuge zu nutzen. Ohne dem wäre es nichts geworden.
Danke auch an meine Arbeitskollegen Jan und Stefan, die mir beim Hilfsrahmen und bei der Elektrik zur Seite gestanden haben.
Wie bei den „Auswanderer“
In der Endphase wird es dann doch noch hektisch. Jede freie Zeit wird für den Kabinenbau geopfert. Ich komme mir vor, wie im Fernsehformat „die Auswanderer“ Nur bei mir ist es echt: „Wird er es schaffen, seine Kabine pünktlich zum Urlaubsstart fertig zu bekommen? „Zerplatzt der große Traum kurz vorm Ziel?“ „Wie wird seine Frau reagieren, wenn sie die Wahrheit erfährt?“ „Waren alle Strapazen umsonst?“ So könnte die Stimme aus dem Off beim Fernsehsender VOX klingen, wenn mein Kabinenbau ein Fernsehformat wäre.
Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde nie etwas fertig
Mark Twain
So gebe ich jeden Abend und Samstag Vollgas und es wird wirklich eine Punktlandung. Wir verschieben die Abfahrt für die erste Tour in die Pyrenäen um einen Tag, um die Kabine noch einmal richtig zu reinigen und einzuräumen. Wir haben ja nichts gebucht, wo wir pünktlich ankommen müssen…
Allerdings hat die Hektik zur Folge, dass ich manche Kleinigkeiten noch einmal im Ruhe nacharbeiten werde.
Airlineschienen
Ans Heck sollen Ersatzkanister, Sandboards und die Einstiegsleiter. Dafür besorge ich mir Airlineschienen mit besonders breiter Klebefläche. Zusätzlich bohre ich sie an den Enden durch die Wand und befestige sie mit Schloßschrauben und in regelmäßigen Abschnitten mit Einzugsmuttern in die Bordwand. Sicher ist sicher! Denn schließlich hängen da einige Kilos dran, die auch Offroad da bleiben sollen, wo sie sind.



Platz für den Aussengrill



Markise

Zuschnitt vs. Selber schneiden
Vieles habe ich mir passend zugeschnitten im Internet bestellt. Zum Beispiel die Aluprofile und Holzplatten. Gewiss nicht billig. Aber: Wenn ich Platten oder Stangenware bestellt hätte, wäre viel Material nutzlos übrig geblieben und hätte irgendwann den Weg zum Sperrmüll gefunden. Der Zuschnitt ist natürlich der bequemere und in puncto Abfallvermeidung und Zeitersparnis der bessere Weg. Kostentechnisch müsste man es einmal konkret ausrechnen. Will man mehrere Kabinen bauen, macht der Großeinkauf von Materialien sicher mehr Sinn.
Schuhtaschen von Fropi

Staukisten
Hier bediene ich mich aus dem LKW Zubehörmarkt. Recht kostengünstig und ersetzt erst einmal die Radkästen. Das gibt Stauraum für Unterlegkeile und sonstigen leichten Kram. Ob ich es so für immer lasse, muss sich zeigen.

Digitale Camperwelt
So viel Schnickschnack wollte ich eigentlich nicht. Aber es ist nun mal bei vielen technischen Geräten integriert. Bei der Kühlbox kann ich die Temperatur einstellen, bei der Batterie kann ich überprüfen, wie viel Saft sie noch hat und nachschauen, ob die Solaranlage erfolgreich war. Und das alles mit ein paar Klicks am Handy. Schöne Spielerei, aber vieles davon ist unwichtig und überflüssig. Am Anfang sicherlich mal interessant hereinzuschauen. Wenn die Systeme einmal laufen und eingestellt sind, dann laufen sie in der Regel. Ich möchte gerne Urlaub machen und mich nicht ständig mit solchen Dingen beschäftigen.



Der Wandbelag
Durch die weißen glänzenden Wände entsteht in der Kabine ein steriles Wohngefühl wie in einem Kreißsaal. Klar, ist es leicht zu reinigen. Aber ein Teppichbelag an den Wänden bringt wesentlich mehr Gemütlichkeit und eine schönere Akustik. Aber ich wollte keinen preiswerten Klebefilz. Da besteht die Gefahr, dass an beanspruchten Stellen ein Pilling stattfindet. Also das Vlies reibt sich auf und es entstehen kleine, unschöne Knötchen. Deshalb entscheide ich mich für einen 4 mm starken Nadelfilzteppich, wie er auch in Büroräume verlegt wird. Robuster geht es nicht. Das hält für die Ewigkeit.


Dabei habe ich wieder frühzeitig meinen Kompetenzkreis erkannt und die Arbeit vergeben. So ordentlich hätte ich es niemals hinbekommen.

Das große Seitz S4 Fenster ist mit der Länge und Breite meiner Meinung nach etwas überfordert.(120 × 60) Es ist recht instabil und es hat sich prompt ein Ausstelldämpfer beim verschießen verabschiedet. Dummerweise nicht lieferbar. So bleibt nichts anderes übrig als zu warten, bis Ersatz da ist.
UPDATE: DasTeil habe ich im Juni 2023 bei Reimo reklamiert. Bis heute ( Ende August 23) ist Reimo / Dometic nicht in der Lage ein entsprechendes Ersatzteil zu besorgen. Neuer Liefertermin ist jetzt Oktober. Ohne weiteren Kommentar… Mittlerweile habe ich mir einen Gebrauchten für teures Geld bei ebay ersteigert.

Das Schlafzimmer

Auch im Schlafzimmer sorgt der Teppichboden für Gemütlichkeit und eine angenehme Akustik.
Einen großen Dank an den Malerbetrieb Dieter Flick aus Burbach-Würgendorf, der den Nadelvliesboden sehr professionell, mit nicht lösungsmittelhaltigen Kleber an die Wände verlegt hat. Danke dafür!

Der Gasanschluss
Dann muss ich doch noch mal meinen Grundsatz brechen. Ich bewege mich außerhalb meines Kompetenzkreises. Da die örtlichen Wohnmobil-Gasinstallateure keine Zeit für mich haben, begebe ich mich selbst ans Werk. Ich lasse mir die benötigten Komponenten bei Caravan Center Hassak in Wilnsdorf zusammen stellen und erklären. Man versteht, warum es eine Ausbildung bedarf, um eine einwandfreie Gasinstallation zu bauen. Im Prinzip ist es nicht schwer, aber man muss einige Dinge wissen und beachten. Burkhard Koch von der Pistenkuh ist zufällig vor Ort und steht mir mit Rat und Hilfe zur Seite. Mit Leckagespray suche ich nach Undichtigkeiten. Alles passt, die Flamme brennt.
Was man für die Gasinstalation im Wohnmobil beachten muss, findet man im DVGW-Arbeitsblatt G 607 „Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen“. Aber auch hier würde ich vorab mit den Profis sprechen, die das Ganze hinterher abnehmen sollen.

Eine Füllung reicht uns eine Ewigkeit, da wir damit ausschließlich kochen.
Natürlich wird das Ganze von einer Fachkraft abgenommen und bekommt ein entsprechendes Prüfbuch.
UPDATE: Die Abnahme war überhaupt kein Problem und schnell erledigt. Es wird mit einem digitalen Messgerät Druck aufgebaut, der dann 10 Minuten im System bleiben muss. Schon bei minimalem Druckverlusst wäre ein Leck in der Gasanlage . Außerdem wird geprüft, ob die Sicherheitssysteme des Gasfelds funktionieren. Also wenn die Flamme ausgeht, muss die Gaszufuhr stoppen. Und natürlich ob ich alle vorausgesetzten baulichen Maßnahmen erfüllt habe und das Gasfeld ein entsprechendes Prüfzeichen hat.
Zum Außentisch von Bison Gear muss natürlich auch ein Außengasanschluss. Wenn einmal Fisch oder Steaks auf dem Speiseplan stehen, will ich es nicht im Innenraum braten.

Eine schöne Erklärung zum Bau einer Gasanlage (in einem Van) habe ich bei abenteuer -vanlife.de gefunden.
Sehr interessant ist der Beitrag von Sprinttour.de. Dort ist beschrieben, dass in der DIN 1949 6/22 (Regeln für die Installation) dass es eine „Kleinflaschenregelung“ für kleine Gasflaschen gibt (bis 7 Kg). Der Gaskasten braucht dann nur noch eine Belüftungsöffnung mit einem Durchmesser von nur 20 mm zu haben. Allerdings liest man, dass viele Prüfer das Thema bzw. diese DIN nicht kennen und ablehnen. Auch hier gilt die goldene Regel: „Erst sprechen, dann machen“
Sprinttour.de
Das BAd
Die Dusche wurde bei der ersten Tour in den Pyrenäen getestet und für praktikabel erklärt. Keine Mini-Dusche wie man sie von anderen Kabinen kennt, sondern eine vernünftige Größe, wo man keine Platzangst bekommt. Natürlich nicht für minutenlange Duschorgien wie zu Hause – sondern zum schnellen Abduschen nach dem Wandern oder wenn man aus dem Meer kommt und autark steht. Ansonsten werden wir zukünftig natürlich die Duschen am Campingplatz nutzen.
Die Duschwanne
Die Duschwanne habe ich von Christian Feldmann / Fa. Zöllner Kunststoff-Produkte bauen lassen. Christian ist selbst im Besitz eines Pickup Campers und wusste sofort, worauf es bei so eine Dusche im Camper ankommt. Er hat den richtigen Kunststoff bestellt und die Wanne nach meinen Maßangaben geschweißt. Danke für die professionelle Lösung!




Das Duschwasser fange ich in einem externen Kanister auf und entsorge den bei nächster Gelegenheit ordentlich im Kanal.
Die Küche




Das Zweitbeste an der Kabine…
… ist die MiniLoo von Kildwick, meine Trockentrenntoilette.

Die Kildwick MiniLoo hatte ich bereits im Fernweh Mobil getestet und für gut befunden. Jetzt läuft fast geräuschlos ein kleiner Mini Lüfter an der Seite und saugt den Mief ab. Dadurch ergibt sich null Geruchsbelästigung. Wirklich null, man kann es gar nicht glauben. Der kleine Minilüfter entzieht den Fäkalien die Feuchtigkeit und somit auch den Geruch. Was früher in der Fernweh-Kabine ohne Lüfter schon gut war, ist jetzt perfekt. Mehr dazu im Bericht über die MiniLoo in meiner Wohnkabine.
Es trennt ja nur ein Duschvorhang, das Bad zum Rest der „Wohnung“. Das ist völlig ausreichend. Es gibt keinerlei Geruchsbelästigung und hat sich absolut als praktikabel erwiesen.



Schraubendrama
Zu kurz, zu lang, zu klein, falscher Schraubenkopf, falsche Farbe und so weiter. Das nervt! Die meiste Zeit des Baus verbringt man damit, die richtigen Schrauben zu finden. Dann heißt es wieder den zeitaufwendigen Weg zum Baumarkt auf sich zu nehmen oder im Internet per Express, was zu bestellen. Man wundert sich, was so ein einzelnes Schräubchen kostet. Aber trotzdem macht es für mich keinen Sinn, Großmengen zu kaufen. Die meisten Schrauben hätten dann jahrelang in der Werkstatt ohne Nutzen herumgelegen. Auf die Schnelle musste ich manche Kompromisse eingehen, die ich später noch revidieren will. (Ich bin gespannt, ob ich, das jemals tun werden …). Zum Beispiel sind die Farben an den Möbelscharnieren einmal silber- und einmal goldfarben.
Zu früh lackiert?
War es jetzt eine gute Entscheidung, die Kabine so früh zu lackieren?
Die Antwort lautet eindeutig : „Jein“
Man spart sich eine Menge Abklebearbeiten und wenn sie einmal auf dem Fahrgestell sitzt, will man sie ungern wieder demontieren, um sie zum Lackierer zu bringen. Überhaupt war es ein Problem erst mal einen Lackierer zu finden, der Lust und die Möglichkeiten hat, eine so großes GFK-Monstrum zu lackieren. Meistens sind die Lackierkabinen zu klein und das Handling zu schwierig. Auch an den Stumpflack auf GFK Oberfläche hat nicht jeder Lust drauf. Zur Not hätte ich sie selbst mit einer Rolle lackiert. Da bin ich völlig entspannt und brauche keinen perfekten Hochglanz-Autolack. Schon nach der ersten Tour, gab es erste Kampfspuren zu sehen. Dafür wurde die Kabine schließlich gebaut.
Aber beim Aufsetzen mit dem Gabelstapler und dem Aufstellen mit dem Kran hat der Lack an manchen Stellen etwas gelitten und muss noch mal nachgebessert werden. Schnell sieht man Handabdrücke von öligen Händen auf dem hellen Lack. Der stumpfe Militärlack ist zwar rustikal gegenüber mechanischen Einflüssen, aber damit er auch optisch schön bleibt, muss man doch öfters mal den Lappen und etwas Reiniger zur Hand nehmen. Ich glaube, zur Reinigung und Sauberhalten wäre ein glatter PKW Lack besser gewesen.
Nach der ersten Tour zeigt sich, was ich befürchtet habe und was auch völlig normal ist. Im Türbereich, da wo nun mal Bewegung in den Teilen ist, löst sich der Lack an den Sikaflex-Nähten, bzw. zeigen sich kleine Risse. So kann es nicht bleiben. Ich werde versuchen, die Stellen mit Herculiner zu lackieren. Ersteinmal versuchsweise an der kleinen Klappe.
Update: Das übersprühen mit Herculiner kann man vergessen. Es ergibt keine schöne Naht. Ich werde es irgendwann mit Sikaflex oder Technobond nacharbeiten.
Über Gewicht spricht man nicht. Übergewicht hat man!
Oder doch nicht? Der D-Day kommt, der Tag der Tage:
Die Fahrt zu Waage.
Um das Leergewicht für ein Wohnmobil zu ermitteln wird der Fahrer 75kg mit kalkuliert. Und die Tanks (Diesel und Wasser) müssen zu 90 % gefüllt sein.
2880 kg ermittelt die geeichte Waage am Wertstoffhof. Das ist mein neues Leergewicht und ist für diese Fahrzeuggröße ein toller Wert. Ich bin zufrieden.
Mittlerweile gibt es die Möglichkeit mit meinem bereits vorhandenen Blattfederfahrwerk von Ironman eine Auflastung auf 3,5 Tonnen durchzuführen. Diese Chance habe ich auch direkt genutzt.
Nachzulesen in meinem Bericht “ Endlich Auflasten! „
Jetzt habe ich eine Nutzlast von 620 kg ! Die werde ich wohl nie ausreizen.
Fazit nach der ersten Tour

Alles hat wie erwartet funktioniert. Das ganze Konzept passt für meine Art von Urlaub. In den Pyrenäen konnten wir auch gleich den ultimativen Wintertest machen. Es ist eine Ganzjahreskabine! Man braucht kaum zu heizen. Die Temperatur hält sich durch die 30 mm Sandwichplatten hervorragend. Es gibt kaum Probleme mit Schwitzwasser. Das Motto muss natürlich lauten: Heizen und Lüften! Ganz wichtig!
Die Dieselstandheizung hatte auch auf 2300 Meter keine Probleme und funktioniert anstandslos.
Den ursprünglich geplanten Maxxvan, habe ich mit recht weggelassen. Trotz 34° Hitze an der küste Spaniens, ist es nie zu warm in der Kabine. Öffnet man die Dachlucke, die große Türe und das große Panoramafenster, hat man einen schnellen Luftaustausch.

Der Camper steht schön gerade. Ziel war es in der Planung, dass sich der 80 Liter Diesel Tank und der 75 Liter Wassertank ausgleichen. Auch nach hinten fällt das Ganze nicht ab. Meine Gewichtsverteilungsplanung hat sich ausgezahlt.
Den Rest erledigt das stabile Ironman Fahrwerk.
Das ganze Fahrverhalten ist trotz der riesigen Kabine super. Ab und an gibt es auf Autobahnen mit Bodenwellen das typische Nicken, was alle Kabinenbesitzer kennen. Mit der Regulierung des Luftdrucks (und natürlich des Ironman Fahrwerks) habe ich es fast gänzlich in den Griff bekommen.
Auf den Pisten habe ich das Ganze auch einmal offroad getestet und bewusst provoziert. Alles hält und bleibt am Ort. Nur die Radkästen werde ich ein paar Zentimeter nacharbeiten. In extremer, plötzlicher Verschränkung schleift das Rad am Kabinenboden. Nicht viel, aber so soll es nicht bleiben. Auch die Breite der Kabine hindert nicht beim offroad fahren. Letztendlich ist sie jetzt nur 7 cm auf jeder Seite breiter, wie das Fernweh Mobil. Im Prinzip hat das Fahrzeug jetzt eine Fahrweise im Gelände, wie beim Fernweh-Mobil in den letzten Jahren.

Das Beste an der Kabine…
…ist meine Sternguckluke! Die Belluna Dachluke habe ich so vermessen, dass wir den Sternenhimmel anschauen können, wenn wir im Bett liegen. Ein bisschen wie draußen schlafen. Herrlich!

Tipp
Mit meiner neuen Höhe von 297 cm muss ich erst einmal klarkommen. Ca. 30 cm mehr wie bei meinem Fernweh – Mobil. An Tankstellen, Bahnübergängen, Felsüberhängen, tief hängenden Stromleitungen, Dachrinnen usw. wird es einem manchmal etwas mulmig, ob es denn wirklich passt. Man kann es nicht immer richtig abschätzen.

Dafür habe ich jetzt ein Lasermessgerät im Handschuhfach. Dieses Teil hat mir schon bei meinem Ausbau gute Dienste geleistet. Wenn es also eng wird und man sich nicht sicher ist ob, es passt, heißt es aus steigen, das Teil auf die Straße legen und das gewünschte zu durchfahrende Objekt mit dem Laser anpeilen. Schon hat man die exakte Durchfahrtshöhe. Funktioniert natürliche auch in der Breite.

Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?
Die Antwort: Wenig bis nichts. Vielleicht würde ich mir im Ausbau etwas mehr Zeit gönnen. Manche Dinge sind durch die Hektik nicht so exakt geraten, wie es mir gewünscht habe.
Und das große Panoramafenster würde ich von einer anderen Marke nehmen. Dieses scheint mit der Größe von 120 c 60 cm überfordert.
Ansonsten hatte ich ja Monate Zeit mir das Konzept zu überlegen und brauchte es nur noch in die Tat umzusetzen.
Ein Tipp an alle, die mit dem Gedanken spielen eine Kabine zu bauen:
Tu was du kannst, mit dem, was du hast, dort wo du bist.
Theodore Roosevelt
Einfach machen! Nicht von anderen beirren lassen und mit den Materialien, Fähigkeiten, Geldbeutel und Möglichkeiten so bauen, wie man es kann.
Schon nach kurzer Zeit wirst du die ersten Ratschläge hören, von Menschen die ungefragt ihren Senf zum Ausbau geben: „Warum hast du das denn so gemacht?“ „Ich hätte das aber so gemacht? „ „Anders wäre es aber besser gewesen …“
Klar, konstruktive Hinweise von Leuten die im Thema sind, nehme ich immer sehr gerne an. Aber noch einmal: Es geht immer höher, weiter, besser, teurer… aber das ist jetzt die Kabine, die auf meine Bedürfnisse und meine Vorstellung von Urlaubsreisen abgestimmt ist.
Einen krassen Denkfehler oder Konstruktionsfehler gab es nicht. Da haben sich die monatelangen Überlegungen und Recherchen gelohnt. Alles passt hervorragend und ergibt Sinn.
Zulassung
Eine Eintragung und Umschreibung vom Lastkraftwagen zum Wohnmobil über 2,8 Tonnen, ist kein Problem. Denn ich habe den zuständigen Prüfer von Anfang an mit ins Boot geholt. So war die Eintragung nur noch eine formelle Sache. Deshalb auch noch mal ein Tipp dazu: „Erst sprechen, dann bauen“. Nicht umgekehrt. Das gibt nur Ärger, Verdruss und lange Gesichter. Und dann wird wieder auf die bösen Prüfer geschimpft. Wenn man diese von Anfang an mit ins Boot holt, ist das in der Regel kein Problem. Denn die finden solche Projekte cool und begleiten so was gerne. So meine Erfahrung.
In einigen Foren lese ich oft Beiträge, wie man mit viel Bauernschläue und Paragrafenreiter eine Wohnmobilzulassung erzwingen will, wo eigentlich keine ist. So was kann ich nicht nachvollziehen. Warum nicht einfach nach Vorschrift mit Qualität ausbauen? Dann gibt es bei der TÜV Abnahme nichts zu diskutieren! Außerdem geht es doch um unser aller Sicherheit. Es wäre blöd, wenn neben mir am Campingplatz ein Wohnmobil mit selbstgebastelter Gasanlage um die Ohren fliegt. Oder abfackelt, weil die Kabelquerschnitte falsch berechnet wurden.
Die Kosten
Fangen wir beim Kraftstoffverbrauch an: Der Ranger verbraucht jetzt 13,5 Liter Diesel (gemessen auf den 3600 km der Pyrenäen/Spanien – Rundreise). Vorher lag ich bei 12,7 Liter. Also braucht der erhöhte Luftwiderstand der Kabine rund einen Liter mehr.
Beim fertig geschnittenen Bausatz muss man in dieser Qualität mit ca. 12.000.-€ mit Türe und einer Klappe,Innen und Außenwinkel und Klebstoffe rechnen. (nomadcampers.de) Das kommt natürlich darauf an, wie viele Verstärkungen einlaminiert werden und welche zusätzlichen Lagen das Sandwichpaneel haben soll usw. Dieser Betrag kann je nach geforderter Qualität stark variieren.
Die Klebearbeiten hat x4quadrat für mich übernommen. Hier muss man rund eine Woche mit 2 Personen Arbeitszeit rechnen. Wobei ein großes Problem die Trocknungszeiten sind. So kann man nicht nonstop am Werk bleiben. Deshalb dauert so etwas relativ lange.
Dann kommen die Transporte, Lackierer, Hilfsrahmen,Fenster und so weiter hinzu.
Man wundert sich, was solch ein Kompressorkühlschrank (ca. 700.-€) oder auch die hochwertigen Sitzpolster (ca.650.-€) kosten.
Da wo es mir wichtig war, habe ich auf Qualität gesetzt.
Alleine so ein Vorreiber (Verschluss der Türen) liegt bei 12.-€. 10 Stück habe ich verbaut.
Hinzu kommen jede Mengen Schrauben ,Dichtungen, Filz, Nieten, Scharniere, Leitungen, Kabel usw.
So summiert sich der Kleinkram.
Allerdings merkt man, dass manche Materialien aktuell einem Preiskampf ausgesetzt sind und man wieder das ein oder andere Schnäppchen machen kann. Die Zeiten haben sich wieder etwas gewandelt und es ist Bewegung am Markt. Die Verfügbarkeit der Materialien ist fast wieder normal und die Läger sind gut gefüllt. Der Absatz zurzeit allerdings mäßig. So fangen die Händler an, mit Nachlässen zu werben. Aktuell liegt zum Beispiel die Kühlbox Dometic CFX 40 anstelle UVP 999.- jetzt bei 642.-€ (Amazon). Das war vor ein paar Wochen noch undenkbar. (Stand Juli 23). Also vielleicht ist jetzt der bessere Zeitpunkt so ein Wohnkabinen-Projekt anzufangen.
„Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.“
Dann kommt natürlich der Innenausbau mit dem Alu Stecksystem als große Position. Auch hier frage ich mich, ob ein Holz Innenausbau nicht doch günstiger gekommen wäre. Denn alleine das Alu Stecksystem hat über 2300.-€ Materialkosten verschlungen. (ohne Blenden und Türen) Aber es hat einen entscheidenden Vorteil für mich: Ich konnte es selber machen und brauchte keinen Arbeitslohn an jemanden Externen zu bezahlen.
Dann die Stromversorgung und die Wasserversorgung. Auch hier habe ich auf Qualität gesetzt. Wie zum Beispiel der klappbare Wasserhahn mit Sparsystem von Tigerexped. Das Teil macht richtig Spaß und Freude, es zu nutzten. Kostet aber Geld. Man hätte auch einen Wasserhahn zum Zehntel des Preises bekommen.
An Zeit habe ich ca. 250 – 300 Arbeitsstunden verbraucht.
Jetzt wird einem klar, warum man im Handel für solch eine Alkoven Kabine 50.000 -60.000 .-€ und mehr bezahlt. So ein individueller Bau einer Kabine ist einfach teuer, alleine durch die Arbeitszeit.
Würde man zum Beispiel 250 Stunden mit 60.-€ Stundenlohn kalkulieren, wären es alleine 15000.-€ Arbeitslohn, die eine Firma für den Bau verlangen müsste. Dabei ist ein Gewinn noch nicht einkalkuliert.
Wesentich preiswerter wird es, wenn man in Serie fertigen kann. Nicht umsonst sind fast alle Hersteller auf Serienfertigung übergegangen. (Fernweh-Mobil, Tischer, Biebertec, usw.) So kann man seine Kabinen, trotz explodierender Rohstoffpreise, zu einem akzeptablen Preis anbieten.
Individualität kostet Geld.
Ohne Lohnkosten, sollte man heute an Materialkosten mindestens 25.000.-€ einplanen, wenn man alles selber machen kann und eine vergleichbare Qualität wünscht, wie sie mein Projekt hat.
So wie Heike und Mathias aus meinem Bericht Abenteuer Kabinenbau: Selbst ist der Mann (und Frau). Die beiden haben alles selbst in ihrem Carport zusammengebaut.
Es geht also, wenn man den Mut und die handwerklichen Fähigkeiten hat.
Bevor man so ein Projekt angeht, sollte man sich (ehrlich) fragen: Was kann ich selber leisten und was nicht. Wer handwerklich gut drauf ist und über einen entsprechenden Maschinenpark verfügt, bekommt so eine Kabine natürlich günstiger, wie ich sie gebaut habe.
Ich musste und wollte einige Gewerke abgeben. Und das war gut so. Schade finde ich es, wenn man so hohe Geldsummen für ein Projekt ausgibt und es wird dann nicht so wie gewünscht. Dann lieber die wichtigen Gewerke vom Fachmann übernehmen lassen. (Teppich im Alkoven kleben, Stromversorgung, Aluschweißen usw.). Je nach dem, was man selbst für Fähigkeiten hat. Oder auch nicht. Diese Grenzen gilt es zu erkennen.
Denn immer daran denken: Kenne deinen Kompetenzkreis! Dann wird es auch gut!

Offtopic:
Seit 6 Folgen Bautagebuch, nerve ich euch mit dem Zitat über den Kompetenzkreis, den „Circle of Competence“.Den hat irgendwann mal Warren Buffett zum Besten gegeben und lautet in etwas so: Hier mal meine kurze Erklärung dazu:




