Seit über 35 Jahren bin ich nun mit Pickup-Camper, Geländewagen, Dach- und Bodenzelten auf Reisen. In dieser langen Zeit habe ich schon viele leidvolle Erfahrungen in puncto Kühlschrank sammeln können. Deshalb hier meine Erfahrungen und Tipps, wie ihr euch eine Menge Geld sparen könnt, wenn ihr euch direkt für das richtige System entscheidet. Bevor man sich für seine zukünftige Art des Kühlens entscheidet, sollte man sich über sein Reiseprofil Klarheit verschaffen. Denn ein Kühlschrank muss in Norwegen in der Wohnkabine andere Anforderungen erfüllen als ein Pickup-Camper in Afrika.
Lauwarmes Bier am Lagerfeuer oder Eiswürfel in der Wüste?
Bei den schwächeren Systemen ist die Kühlleistung stark abhängig von der Umgebungstemperatur. Deshalb haben die hier getroffenen Aussagen keine Allgemeingültigkeit. Es spielen außerdem viele andere Faktoren eine Rolle: Plane ich zum Beispiel eine Reise um die Welt, werde ich Probleme bekommen meine Gasflaschen zu füllen bzw. muss mich darauf entsprechend vorbereiten.
Hat man viel Energie an Bord, spielt die Effizienz eine untergeordnete Rolle (zum Beispiel im LKW-Bereich). Bei dem Pickup-Camper aber, wie schon mehrfach erwähnt und geschrieben, ist jedes Kilo von Relevanz. Deshalb heißt es, einen Kompromiss zwischen Gewicht und Leistung bei der Auswahl der Energieversorgung zu finden (AGM, Gel- oder Lithium-Ionen-Batterien, Gasflaschen 6 kg oder 12 kg, Gastank usw.). Und das Kühlsystem wählen, das am besten mit den wenigen vorhandenen Energieressourcen umgeht.
Ausführlich behandelt findet ihr diese Themen auch in meinem Buch „Die Welt der Pickup-Camper“
Für die Entscheidungsfindung, hier erst einmal einen schnellen Überblick über die Systeme und Funktionsweisen, die im Campingbereich genutzt werden.
1. Die passive Kühlbox / Tasche
Eine passive Kühlbox benötigt keine zusätzliche elektrische Energie, um Getränke und Lebensmittel kühl zu halten. Als Energieeinsatz werden kühlende Materialien wie Eis oder Kühlakkus verwendet. Die Isolierschicht der Kühlbox hält die kalte Luft im Inneren.
2. Die thermoelektrische / Peletier Kühlbox/Schrank
Bei thermoelektrischen Kühlschränken befindet sich die kühlende Seite des Peltierelements (elektrothermischer Wandler) im Inneren des Kühlschranks, während die andere Seite die erzeugte Wärme nach außen an die Umgebungsluft abgibt. Damit das Element effizienter arbeitet und eine bessere Kühlleistung erbringt, sorgt in der Regel ein Lüfter dafür, dass die Kälte schnell aus dem Element abgeführt und gleichmäßig im Kühlschrank verteilt wird.
3. Absorber Kühlbox/Schrank (Gaskühlschrank)
Durch eine Gasflamme (oder alternativ Elektrizität) wird ein Ammoniakgemisch in einem Kocher erhitzt. Durch den Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand wird dem Kühlraum Wärme entzogen, die im Kondensator an die Umgebung abgegeben wird, wenn sich das Ammoniak wieder verflüssigt. Der Kreislauf beginnt immer wieder von neuem.
4. Kompressor Kühlbox/Schrank
Ein Kompressor verdichtet ein Kältemittel mit Druck. Das Kältemittel wird gasförmig und kondensiert in den Kühlschlangen des Kühlschranks. Dadurch wird das Kältemittel wieder flüssig und der Kühlschrank gibt die entstehende Wärme an die Umgebung ab. Anschließend wird das Kältemittel im Verdampfer des Kühlschranks verdampft und entzieht dabei dem Kühlschrank Wärme. Danach gelangt das Kältemittel wieder zum Kompressor und der Kreislauf beginnt von neuem.
So viel zur Theorie.
Welches System ist nun das Richtige für mich?
Kommen wir zu den Vor- und Nachteilen der Systeme, die für uns Pickup Camper in die Auswahl kommen:
1. Passive Kühlbox/Tasche
Da werden Erinnerungen wach! Denn im Italien-Urlaub in meiner Kindheit war so etwas gang und gäbe. Andere Systeme waren im Campingbereich noch nicht verbreitet. Täglich kam der Eismann und verkaufte einen Block klares Eis. Das hielt dann bis zum nächsten Tag oder auch etwas länger. Allerdings vermengte sich irgendwann die Lebensmittel mit dem Tauwasser. Heute nimmt man Kühlakkus mit speziellen Kühlflüssigkeiten, die man vorher zu Hause herunterkühlt. Zu empfehlen für ein Picknick, aber nicht um Tagelang autark zu leben. Das System würde ich im Prinzip für einen Pickup Camper ausschließen. Wirklich? Auch dieses System hat sich weiterentwickelt und nennt sich QOOL. Alles Weitere darüber im unteren Sonderteil.

- Energiequelle. Keine!
Vorteile:
- Preiswert
Nachteile:
- Nur kurzfristige Kühlung
2. Thermoelektrische / Peletier Kühlbox

Ein weiterer Klassiker der Kühlboxen. Einfach und preiswert. Diese Art finde ich oft im Baumarkt um die Ecke für kleines Geld. KFZ Stecker in die entsprechende 12/24V Zigarettenanzünder-Dose oder manche auch mit 230 V Anschluss und los gehts. Wenn möglich noch Unterstützung von Kühlakkus, denn die Kühlleistung ist insgesamt überschaubar. Sie ist geeignet für ein Picknick, aber nicht, um Nahrungsmittel dauerhaft bei einer Fahrt in den Süden frisch zu halten. Der Knackpunkt: Die Box schafft es, die Innentemperatur ca. 20 °Celsius unter Umgebungstemperatur zu kühlen. Spitzengeräte laut Werbung bis zu 30°. Habe ich also Sommer in meinem Auto mit kräftiger Sonneneinstrahlung auf einem Parkplatz die +40 °C oder +50° C Innenraumtemperatur und mehr erreicht, sind es in der Kühlbox um die 20° C. Zu viel für Butter und Wurst. Sie schmilzt dahin und die Wurst wird schlecht. Und das heißt lauwarmes Bier am Lagerfeuer. Manche Modelle kann man auch zum Erwärmen nutzen. Interessant, wenn Babys an Bord sind, um Nahrung warmzuhalten.
- Energiequelle: 12/24 Volt 230 Volt
Vorteile:
- Preiswert, leicht, oftmals tragbar, manche Modelle auch zum Warmhalten nutzbar.
Nachteile:
- Schlechte Kühlleistung, sehr stark von der Umgebungstemperatur abhängig.
3. Absorber Kühlschrank / Box

Hat man sowieso Gas an Bord, weil man zum Beispiel damit heizt oder kocht, kann man über einen Absorberkühlschrank nachdenken. Im Wohnmobilmarkt ist diese Art von Kühlung sehr beliebt. Man braucht sich um eine starke Batterieleistung und den damit verbundenen Kosten und Aufwand keine Gedanken machen. Denn zum größten Teil kühlt man mit Gas.
Ein Vorteil ist auch, dass ich mehrere Betriebsarten nutzen kann. Er funktioniert in erster Linie mit Gas, aber auch mit 12 Volt und mit 230 Volt. Also die Eierlegende Wollmilchsau. Hört sich erst einmal toll an. Aber hier gibt es auch wiederum einen Haken. Der Absorberkühlschrank braucht zur Erzeugung der Kälte erst einmal Hitze. Die erzeugt er unter anderem mit der Gasflamme, die auf einen kleinen Draht trifft. Bewege ich mich dann auf wilder Fahrt mit meinem Offroad Camper, sorgen die Geländebewegungen dafür, dass die Flamme nicht auf den Draht trifft. Die Folge ist, dass er wenig bis keine Leistung bringt. Das System funktioniert sehr gut in einem Wohnwagen und Wohnmobilen, die ruhig an einem Ort stehen oder die Bewegungen überschaubar sind. Weil das Absorbersystem auch mit Schwerkraft arbeitet, sollte die Box oder der Schrank immer waagerecht stehen. Das ist im rauhen Offroadeinsatz selten gegeben.

In meiner jugendlichen Naivität habe ich mir einmal einen Absorberkühlschrank gekauft, nachdem ich mit mehreren thermoelektrischen Geräten keinen Erfolg hatte. Trotz großer Werbeversprechen. Also baute ich meine Box und eine 6 kg Gasflasche in meinen Landrover Defender und glaubte, den großen Wurf gemacht zu haben. Die Wochen in Tunesien waren ernüchternd, was die Kühlleistung anging. Und ich bin heute noch froh und dankbar, dass mit dieser Installation jenseits von Verstand und Vorschrift nichts passiert ist.

Die Kühlleistung insgesamt ist auch stark von der Aussentemperatur abhängig. Ähnlich wie bei den o.g. Peletiergeräten. In einschlägigen Foren wird oft die mangelnde Kühlleistung in heißer Umgebung bemängelt. Nicht umsonst empfehlen manche Hersteller die Lebensmittel vorzukühlen.
Der Absorberkühlschrank entwickelt Abgase im Gasbetrieb und darf nur in geschlossenen Räumen betrieben werden, wenn die Ableitung der Abgase sichergestellt ist. Bei Wohnkabinen mit integriertem Kühlschrank ist die Entlüftung dahinter schon eingeplant. Da gibt es einige Dinge, die der Fachmann beim Bau beachten muss.
Stehe ich mit meinem Mobil am Campingplatz und verfüge über Landstrom, kann ich auf 230V umswitchen. Dann steigt auch die Kühlleistung. Moderne Absorberkühlschränke erledigen die Wahl der Stromquelle selbstständig. Läuft er im 12 Volt Betrieb ist der Verbrauch im Verhältnis zu den anderen Systemen sehr hoch. Er ist also nicht die erste Wahl wenn man ausschließlich nur 12 Volt zur Verfügung hat. Da passen die Kühlleistung und der Energieverbarauch nicht mehr zusammen.
Außerdem muss geklärt werden, ob ein Kühlbetrieb mit Gas, während der Fahrt überhaupt erlaubt ist. Das Bedarf das Einhalten einiger Vorschriften. In der Regel lässt man im Fahrbetrieb das Ganze im Strombetrieb laufen und stellt am Reiseziel wieder auf Gas um. Ob erlaubt oder nicht wird der Fachhändler auf Grund Ihrer Fahrzeugdaten wissen. Oder mal einen Blick in die Betriebsanleitung werfen.
Also gibt es im Wohnkabinenbereich durchaus Verwendungsmöglichkeiten. Die Effizienz der Kühlleistung allerdings ist nicht so gut und langsamer als bei den Kompressor-Kühlschränken. Betreibt man ihn mit 12 Volt Strom, ist bei den knappen Energieressourcen im Pickup-Camper die Kühlleistung beim Kompressorsystem deutlich effektiver
Das Absorberkühlsystem hat aber einen entscheidenden Vorteil: Es ist so gut wie geräuschlos.
Vorteile:
- Energiequelle: Gas 12/24 Volt 230 Volt
- Fast geräuschlos, autark zu betreiben auch ohne Strom, umstellbar auf 230 V
Nachteile:
- Hoher Verbrauch im 12 Volt Modus im Verhältnis zur Leistung
- Kühlleistung stark abhängig von der Umgebungstemperatur
- Nicht unbedingt für kleine Camper im Offroad Bereich geeignet.
- Abgasentwicklung im Gasbetrieb. Es muss für ausreichende Entlüftung gesorgt werden.
- Es müssen bei längeren Reisen Gasflaschen organisiert werden. Im Ausland manchmal ein Problem, weil keine standardisierten Anschlüsse.
4. Kompressor Kühlschrank / Box
Ein Nachteil des Kompressorkühlschranks – und das ist meiner Meinung nach auch der Einzige – ist seine Lautstärke. Tagsüber kein Problem, da beachtet man ihn kaum. Aber Nachts, wenn alles um einen herum still ist, dann kann er nervig werden. Je nach Außentemperatur muss der Kompressor alle halbe bis 2 Stunden ein paar Minuten arbeiten, um neue Kälte zu produzieren. Der kleine Kompressor fängt an zu rappeln. Auch wenn man in den letzten Jahren einiges getan hat, die Geräusche und auf das Minimum und die Isolation auf das Maximum zu begrenzen, lässt es sich nicht ganz vermeiden. Die Physik lässt sich nicht überrumpeln, irgendwann ist alles einmal ausgereizt. In großen Fahrzeugen sind laute Betriebszeiten sicherlich kein Problem. Der Abstand zum schlafenden Ohr ist weit genug weg. Aber im kleinen Pickup Camper, liege ich oft Luftlinie, nicht mal einen Meter vom Störenfried entfernt. Das kann richtig nerven.
Deshalb sollte ich die db Werte des gewünschten Schranks / Box beachten und als Auswahlkriterium ernst nehmen, gerade wenn mein Kopf in unmittelbarer Nähe der Box liegt.
Einige Geräte verfügen auch über einen Silent-Mode und liegen kleiner 45 db (Dezibel).
Bei den modernen Boxen liegt die Range der Betriebsgeräusche zwischen 43 bis ca. 50 db
Tipp: Dometic bietet zum Beispiel zusätzliche Kühlakkus, mit einer besonders leistungsstarken Kühlflüssigkeit an. Die helfen die Temperatur unten zu halten und man kann den Kühlschrank nachts ausschalten.
Die Kompressorgeräte können nur mit Strom betrieben werden, und zwar entweder über den EU-Stecker (230V) oder über die Autobatterie.(12 oder 24 Volt). Eine Gasversorgung ist nicht möglich.
Den Verbrauch der Boxen kann man pro Tag mit ca. 15 Amperstunden veranschlagen, wenn man seine Nahrungsmittel um die 8 Grad kühlen möchte. Das ist ein grober Richtwert, da es letztendlich von einigen anderen Faktoren abhängt. In Zeiten von effektiven Lithium Batterien und Solaranlagen auf dem Dach des Fahrzeugs, ist der Verbrauch nicht mehr das ganz große Thema wie noch vor ein paar Jahren.

Eine Kühlbox, die mit Kompressortechnik ausgestattet ist, kann weitgehend unabhängig von der Umgebungstemperatur betrieben werden. Da wo die einfachen Systeme versagen, verrichtet sie stoisch und unbeeindruckt von der Hitze, ihren Dienst.
In puncto Effektivität kommt man nicht an diesem System vorbei. Ruck Zuck hat man die eingestellte Temperatur erreicht. Auch bis -18 ° C, wenn man es benötigt. Einmal auf die gewünschte Temperatur eingestellt, kühlt er im Urlaub zuverlässig, wochenlang vor sich hin. So soll es sein.
Vorteile:
- Energiequelle: 12/24 Volt 230 Volt
- Das effektivste und leistungsstärkste System
Nachteile
- Das teuerste System.
- Der Kompressor kann nerven
- Nur mit Strom zu betreiben.
Gas oder Strom?
Es stellt sich die Frage: Was habe ich überhaupt für Möglichkeiten an Bord, um einen Kühlschrank zu betreiben? Setze ich auf die preiswerte Thermoelektrische Peletierbox reicht mir ein 12 Volt Zigarettenanzünder. Aber wie oben schon erwähnt ist es keine ernstzunehmende Wahl, wenn es um eine längere Reise in den Süden geht. Das sind Boxen aus dem Baumarkt, die in meinen Augen für ein Picknick gedacht sind.
Gehe ich auf Gas, muss ich einige Vorschriften beachten. Die Installation sollte (muss) vom Fachmann verbaut, geprüft und mit einer Gasprüfung abgenommen werden. Oft kommt das Argument: Wenn ich eine Absetzkabine fahre, ist sie ja nicht in die Papiere eingetragen und somit gilt sie als Ladung. Es ist dann kein eingetragenes Wohnmobil. Und dann wursteln die Kabinenbesitzer irgendwas, jenseits aller Vorschriften zusammen. Manchmal stockt einem der Atem. Aber letztlich geht es um unser aller Sicherheit und die strengen Vorschriften zum Betreiben einer Gasanlage kommen nicht von ungefähr. Manchmal verlangen Campingplätze ein Prüfbuch zur Gasanlage. Ist von mir persönlich aber noch nie gefordert worden.
Wie oben schon beschrieben, muss ich mir bei Auslandsreisen selbst in Europa um die Organisation meiner Gasflaschenfüllung Gedanken machen. Jedes Land kocht da sein Süppchen und es gibt unterschiedliche Systeme.
Man benötigt dann einen Adapter um die Flaschen wieder zu befüllen. Aber Vorsicht: In manchen Ländern (sogar in Nachbarländern) ist ein Wiederbefüllen nicht erlaubt! (Frankreich, Großbritannien, Finnland, Portugal usw.) Bewegt man sich dann noch über das große Meer, wird es noch etwas komplizierter geeignete Gasflaschen bzw. die richtigen Anschlüsse zu finden. Die Hersteller bewerben die gasbetriebenen Absorbersysteme mit dem Vorteil der „Autarkie“. Für mich bedeutet aber Autarkie, wenn ich mein System am Urlaubsanfang anstelle und mich drei Wochen nicht drum kümmern muss.
Wenn man sich regelmäßig ausschließlich auf Campingplätzen aufhält, macht zum Beispiel ein Kühlschrank mit zusätzlichem 240-Volt-Anschluss Sinn. Du hast dauerhaft volle Power und brauchst dir um deine Butter und Wurst keine Gedanken mehr zu machen. Das ist die einfachste Version, letztlich wie zu Hause. Die Box merkt, wenn plötzlich 240 Volt gespeist werden, und switcht automatisch um.
Alle besprochenen Kühlsysteme funktionieren auch mit 12 Volt. Für eine ordentliche Versorgung empfiehlt sich eine Solaranlage auf dem Dach und eine zusätzliche Leitung von der Lichtmaschine zur Versorgungsbatterie. Ein Ladebooster oder Trennrelais steuert dann die Versorgung der Batterien. Denn wenn man ein paar Tage ohne viel Sonnenlicht unterwegs ist und dann noch ein paar Tage mit der Fähre fährt, kann es knapp werden mit dem Strom. So selbst erlebt bei der Anfahrt über Ancona nach Griechenland.
Wenn man seine künftige Kühlung durch Strom erzeugen will, muss man bei der Zuleitung der Stromversorgung auf eine ausreichende Dimensionierung achten. In meiner Zeit, wo ich solche Boxen vertrieben habe, gab es einige Reklamationen, dass die Box mit der Kühlung aussteigt und nicht mehr kontinuierlich Leistung bringt. Letztlich war es immer ein Problem der Stromversorgung. Es lag an altersschwachen Batterien, die über keine ausreichende Leistung mehr verfügten, in Verbindung mit zu klein gewählten Kabelquerschnitten. Oftmals funktioniert es anfangs bei einer frischen Batterie. Kommt die Batterie in die Jahre, können diese beiden Faktoren zusammen dazu führen, dass der Kühlschrank mit der Kühlung aussteigt.
Wählt man den Weg direkt von der Lichtmaschine bis in die Kabine, kommen schon mal ein paar Meter zusammen. Der Fachbetrieb kann den benötigten Querschnitt anhand der Versorgungsdaten des Kühlsystems errechnen.
Box oder Schrank?
In seiner Wohnkabine einen Kühlschrank in der Bauart, wie wir zu Hause haben, ist ein angenehmer Luxus.
Aber da gibt es ein paar Nachteile, über die man Nachdenken sollte.
Jedes Mal, wenn ich die Türe des Schranks öffne, “fällt” die Kälte nach unten aus dem Schrank und entweicht. Warme Luft dringt ein und der Kühlschrank muss nach jeder Öffnung wieder Energie aufbringen, um die Differenz zu kompensieren.
Bei einer Box hingegen öffne ich den Deckel nach oben. Die Kälte bleibt unten in der Box und kann nicht entweichen.

Mein größter Aspekt für eine Box ist aber die Befüllung der Schränke. Gerade beim Offroad- und Pistenfahren ist das wichtigste Argument. Ist mein Schrank gut gefüllt, bleiben die Dinge formschlüssig an ihrem Platz. Nach ein paar Tagen Reisezeit sind schon einige Dinge verspeist, und es entstehen Lücken im Schrank. Geht es dann einmal etwas härter zur Sache, purzeln die Lebensmittel kreuz und quer im Kühlschrank herum. Je nach Stärke des Offroad-Einsatzes verbindet sich dann irgendwann der Joghurt mit dem Bier und der Leberwurst zu einer homogenen Masse. Findige Tüftler arbeiten mit Gummibändern oder Handtüchern, um die Lebensmittel irgendwie am Platz zu halten.

Bei der Box wird immer alles von Oben beladen. Zwar manchmal etwas chaotisch und es fehlt oft der Überblick. Öfters muss man das Gesuchte von unten nach oben herauskramen. Aber es bleibt alles formschlüssig in der Box und die Verpackungen der Lebensmittel bleiben auch bei heftigeren Einsätzen unbeschädigt.

Ein wichtiges Gimmick ist eine LED Beleuchtung im Kühlschrank. So findet man seine Lebensmittel im unteren Teil der Box einfacher und muss nicht mit der Taschenlampe hantieren. Wird der Deckel meiner Box versehentlich offen gelassen, ertönt ein akustisches Signal.

Zwei zu null für die Box.
Aber die Box hat auch Nachteile: Da der Deckel immer nach oben geöffnet werden muss, braucht man nach oben Platz. Und gerade den hat man in seinem Pickup Camper zu wenig. Man muss sie also irgendwo hin oder draufstellen. Nicht zu hoch, da man sonst nicht hereinschauen kann. Nimmt man mal eine Dometic cfx3 45, mit ca. 40 Liter Rauminhalt, verbraucht man eine Fläche von 70 cm Tiefe und 40 cm Breite. Bei dem Fernweh- Mobil von Cramer-Technik zum Beispiel, kann ich die Box auch bei geschlossenem Hubdach öffnen. Bei vielen anderen Kabinen ist das nicht möglich!
Da hat es der Einbau-Kühlschrank etwas einfacher: Den integriert man in der Regel in einen Hochschrank. Er nimmt dann nur noch Stauraum, aber keine weitere Fläche weg.

Also kommen einige auf den Gedanken, die Kühlbox in die Sitzbank zu integrieren. Man sitzt also auf der Box bzw. steht die Box in der Sitzbank. Das funktioniert ganz gut, aber man muss zum Öffnen jedes Mal aufstehen und Sitzpolster entfernen.
Oder man baut ihn – so wie ich in meinem Eigenbau – auf einem Auszugssystem. Zum Öffnen ziehe ich ihn aus dem Schrank hervor. Das funktioniert bislang sehr gut.

TIPP: Hinter dem Fahrersitz habe ich noch eine zweite Kompressorbox installiert. Dort haben wir Getränke und Lebensmittel für die Fahrt gekühlt. So braucht man nicht wegen jedem Schokoladenkeks oder Kaltgetränk anhalten und die Kabine öffnen.
Schiebe oder digitale Regler
Eine Box oder Schrank mit digitalen Einstellungsmöglichkeiten finde ich wichtig
Bei einer Tour durch Korsika ist meinem Mitreisenden ein kleines Malheur passiert. Er ist beim Umladen des Fahrzeugs unbeabsichtigt gegen den Schieberegler seiner Kühlbox gelangt. Die Folge: Seine Box kühlte seine Lebensmittel auf –18 Grad. Einige Flaschen haben das nicht überlebt, und sind geplatzt. Die Batterie machte dann irgendwann schlapp und stoppte die Kühlung. In seiner Box schwamm die Wurst in einem Mix aus Bier, Wasser und Cola. Seit dem bin ich Fan von digitalen Reglern an Kühlboxen. Er übrigens auch!

Mittlerweile kann ich meine Box vom Handy steuern, was ich aber kaum, bis gar nicht nutze.
Ein Gimmick, was am Anfang mal interessant ist, aber letztlich nicht gebraucht wird. Ich stelle die Box am Anfang des Urlaubs an und am Ende des Urlaubs wieder aus. Fertig!
Es gibt schönere Dinge im Urlaub, als Kühlboxen mit dem Handy zu kontrollieren.

Die Box ist einmal auf die gewünschte Temperatur eingestellt und so bleibt es auch. Warum sollte ich es verändern? Apropos Temperatur: Diverse Tests in Fachzeitschriften haben gezeigt, das es die Hersteller nicht ganz so genau mit der Temperaturanzeige nehmen. Im Testversuch gab es differenzen zwischen angezeigter und tatsächlicher Temperatur. Nicht immer werden die Temperaturen der Werbaussagen erreicht.
Innerhalb der Kühlbox oder Schrank gibt es verschiedene Kühl und Temperaturbereiche. Ein nicht so kaltes Obst und Gemüsefach gibt es mittlerweile bei den meisten Schränken und Boxen. (Korbsysteme)
–18 Grad Celsius ?
Die extreme Kühlleitung von – 18 oder gar –21 Grad und weniger, wird gerne als Verkaufsargument bei den Herstellern hervorgehoben.
Aber ehrlich: Wofür benötige ich das unbedingt auf einer Reise?
Klar, ich könnte meine geliebte Tiefkühlpizza theoretisch mitnehmen. Und wir haben auch schon sehr dekadent, mitten in der tunesischen Wüste Gin Tonic mit Eiswürfel getrunken.
Aber: Woher nehme ich den ganzen Strom, den ich benötige, um diese tiefen Temperaturen bei hohen Außentemperaturen dauerhaft zu erzeugen? Will ich es mit der Absorber-Technik erzeugen, treibt es den Gasverbrauch in die Höhe. Klar, das Thema entfällt, wenn ich über 230 V Landstrom verfüge.
Aber wohin räume ich meine Lebensmittel in der Zeit, die nicht tiefgekühlt werden dürfen? Denn ich habe bei den Boxen in der Regel nur ein Fach. Folglich müsste ich über zwei Boxen verfügen. Eine Ausnahme bilden beispielsweise die Snomaster Boxen, die mit zwei getrennten Bereiche und zwei Deckel ausgestattet sind.

Die Einbaukühlschränke für Camper verfügen sowohl in der Absorber-Technik, als auch mit Kompressor-Technik manchmal ein getrenntes, kleines Eisfach. Wie zu Hause.
Da könnte man etwas tiefkühlen. Wobei das Platzangebot sehr überschaubar ist.
Fazit: Bei den Kompressor Kühlboxen ist es vielleicht interessant, seine TK Ware nach dem Einkauf im Supermarkt ohne Unterbrechung der Kühlkette nach Hause zu bringen. Will man es dauerhaft bzw. wochenlang auf einer Reise im Pickup-Camper tiefgekühlt transportieren, muss man sich über eine starke Batterieleistung und eine zweite Box Gedanken machen.
In Anbetracht des chronischen Nutzlastmangels des Pickups, sollte man Überlegen, ob so etwas sinnvoll ist.
Deshalb ist die – 18 Grad Möglichkeit für mich nur ein nette Möglichkeit, die ich noch nie genutzt habe.
high,mid, low – Der Batteriewächter
Damit mein Kühlschrank oder Box nicht meine Batterie leersaugt, sollte sie mit einem Batteriewächter ausgestattet sein, wenn sie mit 12 Volt läuft. Er sorgt dafür, dass immer noch ein Rest Strom in der Batterie verbleibt, damit ich dann noch mein Fahrzeug starten kann. Eine restlose Entleerung einer Bleibatterie kann unter Umständen das Todesurteil für sie sein. Das sollte man unbedingt vermeiden. Die modernen Lithium-Ionen haben oft ein eigenes Batteriemanagement.
Etwas verwirrend sind die Einstellung: „High“ bedeutet das noch viel Power in der Batterie verbleiben soll – In der Einstellung „Low“ ist man etwas mutiger und sagt dem Wächter, dass er viel heraussaugen darf.
Wenn die Kühlbox von der Starterbatterie versorgt wird, kann man den Batteriewächter-Modus „HIGH“. wählen. Denn ich will mein Fahrzeug ja noch starten können. Wenn die Kühlbox an eine Versorgungsbatterie angeschlossen ist, reicht „LOW“ aus.

Anschluss gesucht
Bei der Auswahl einer Box ist auch folgendes zu beachten: Liegen die Anschlüsse und Bedienung der Box in richtiger Richtung? Je nach Einbaumöglichkeit im Camper liegen die Anschlüsse genau dort, wo man sie nicht gebrauchen kann. (Snomaster hat sie zum Beispiel vorne) Den Links oder Rechtsanschlag der Deckel oder Türen kann man meistens umbauen. Aber das sollte man vorher prüfen und klären. Auch ein abgewinkelter Stecker ist angenehm wenn die Box so nahe wie möglich an der Fahrzeugwand stehen soll.
Hilfe Luftnot!
Die Box verfügt über Lüftungsschlitze die zwingend frei bleiben müssen, damit die warme Luft entweichen kann. Das muss man beim Einbau beachten. Gerne schmeiße ich bei meinem Fahrzeug meine Jacken nach hinten. Diese rutschen dann gerne über die Box hinter dem Fahrersitz und über die besagten Lüftungsschlitze. Die Folge: Die Box überhitzt und streikt.
Wie viel Fassungsvermögen ergibt Sinn?
Kühlboxen und Schränke gibt es am Markt von 12 Liter bis zu ca. 80 Liter Boxen und auch darüber hinaus. Da ist man schnell verleitet, den größtmöglichen zu kaufen. Aber hier stellt sich auch wieder die Frage der Sinnhaftigkeit. Im LKW Bereich alles kein Problem. Aber aufgrund der knappen Platz-, Energie-, Gewichts-Ressourcen sollte man wieder einen guten Kompromiss zu seinem Reiseprofil finden. Muss ich die Nahrungsmittel für die nächsten 3 Wochen Urlaub, unbedingt aus Deutschland in mein Reiseland importieren? Ich erhöhe mit den prall gefüllten, großvolumigen Boxen wieder mein Gesamtgewicht. Es soll auch außerhalb Deutschland Lebensmittelgeschäfte geben … und ich finde es gerade im Ausland spannend, Neues auszuprobieren. Will man natürlich Ziele ansteuern wo man mehrere Wochen autark sein möchte, ist die Situation einen andere. Aber in Europa und Nordafrika sicher nicht nötig.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass man mit 35–45 Liter Kühlvolumen ausreichend versorgt ist, um 3–5 Tage autark zu sein. Ein guter Kompromiss zwischen Leistung und Gewicht.
Ich habe allerdings auch schon Pickup-Kabinen besichtigt, wo Minikühlschränke verbaut wurden. Dort konnte man bestenfalls eine Dose Cola und ein Fruchtzwerg-Yoghurt einlagern. Für mein Verständnis bei einem Reisemobil völlig am Bedarf vorbei. Da sollte man beim Kauf einer Kabine darauf achten.
TIPP: Wichtig ist auch, dass die Box oder der Schrank die großen bzw. hohen 1,5 oder 2,0 Literflaschen fassen kann. Die meisten Hersteller haben auf die Flaschenform reagiert, aber nicht alle.
TIPP: Nach jeder Urlaubsfahrt sollte der Kühlschrank/Box penibel gereinigt werden. Wird er/sie länger nicht benötigt, lasse ich die Klappe zum Lüften offen. Dazu klemme ich einfach ein Handtuch dazwischen. Vergisst man mal die Reinigung im Sommerhalbjahr, wundert man sich, wie schnell sich blühendes Leben entwickeln kann …
Fazit: Wer billig kauft, kauft zweimal. Spare Geld, indem du direkt auf Qualität und Effektivität setzt und keine Experimente mit billigen Produkten machst.
Fazit:
Wer billig kauft, kauft zweimal. Das habe ich selbst schon beim Thema Kühlung erfahren müssen. Lass dich nicht von Werbeversprechen verleiten. Deshalb sollte man sich alle vergeblichen Versuche ersparen und von Anfang an, in ein wertiges Kompressor-Kühlsystem investieren. Auch wenn die hohen Preise erst einmal abschrecken. Es ist wie so oft im Leben: Einmal richtig investiert, hat man lange Jahre Spaß und Freude am Produkt. Und in puncto Nachhaltigkeit ist es auch die richtige Devise. Wenn es der Ausbau des Campers zulässt und man im Gelände unterwegs sein möchte, würde ich auch immer eine Box installieren und keinen Schrank. Aber das ist konstruktionsbedingt nicht immer möglich. Bei der Vielfalt der Marken gibt es, nicht „die eine“ Box . Es kommt wie immer auf den Bedarf bzw. das Reiseprofil des Nutzers an. Soll sie besonders robust sein? Sparsam? Preiswert? Leicht? Leise? Da muss jeder bei der Auswahl seine Prioritäten setzten. Aber in den vorhergehenden Zeilen hat man einige Denkanstöße bekommen , worauf man beim Kauf einer Kühlung achten sollte.
QOOL – KÜHLBOXEN
Kann das funktionieren? Eine passive Kühlbox, die verspricht, 10 Tage lang ohne weitere Energiezuführung die Temperatur zu halten? Das Geheimnis: Es kommen spezielle „Temperatur Elemente“ zum Einsatz, die mit sogenanntem Phase Change Material (PCM) gefüllt sind. Und auch die Seiten der Box sind aus besonderen Vakuumisolationspaneele gebaut. Wenn das so wirklich funktioniert, wie es versprochen wird, ist es vielleicht für die Pickup Camper interessant, die keine große Stromversorgung an Bord haben. Ich hoffe, ich bekomme irgendwann mal die Möglichkeit, so ein Teil zu testen. Hört sich auf jeden Fall spannend an.
